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GESTALTE(N) Ausgabe 149

3535GESTALTE(N) 17. JAHRHUNDERT – auf schwere Zeiten folgt Aufbruchstimmung Im 17. Jahrhundert erfuhr der österreichische Weinbau seine schwierigste Epoche. Wegen hoher Abgaben, der Verpflichtung viele Fron- dienste zu leisten und der Verwüstungen durch kriegerische Einwirkungen (Dreißigjähriger Krieg, 2. Wiener Türkenbelagerung) wurden viele Weingärten aufgelassen. Erst nach dem Entsatz von Wien und den Siegen von Prinz Eugen kam es mit den friedlicheren Zeiten zu einer Wende im Weinbau. Die Zwillingspres- sen im Schloßkeller Bockfließ mit reichlicher barocker Verzierung sind ein markantes Zeichen dieses Auruches und der über- strömenden Freude. Die anscheinend spiegelbildlichen Männer- köpfe auf den Streben, die die Presskonstruk- tionen abstützen, sind gegensätzlich. Ihr Gesichtsausdruck ist auf einer Presse ernst, müde, teilnahmslos – auf der gegenüber liegenden Presse hingegen heiter, verschmitzt, berauscht. Sie können als Köpfe der Besiegten und der Sieger gedeutet werden. An den reich verzierten Pressbäumen befinden sich kunst- voll geschnitzte Familienwappen, Engel sowie an einem Ende ein Löwenkopf, am anderen Laubwerk. 1698 wurden die Pressen unter Margarete Strattmann geb. Abensberg Traun nach dem Tod ihres Gatten in Bockfließ, wo die verwitwete Gräfin lebte, errichtet. Die Gräfin war mit Prinz Eugen eng befreundet. Er soll ihr diese Pressen anlässlich der 1697 gewonnen Schlacht von Zenta geschenkt haben. Die Presse ist ein barockes Gesamtkunstwerk hoher Qualität, bei dem Technik, Bildhauerei und Symbolik eng miteinander verwoben sind.

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