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GESTALTE(N) Ausgabe 149

37GESTALTE(N) 19. JAHRHUNDERT – die Zeit der Bedrohung und der Weiterentwicklung Neue Erkenntnisse in Naturwissenscha und Technik sowie gesellschaliche Änderungen beeinflussten den Weinbau stark. 1860 wurde in Klosterneuburg die älteste Weinbauschule der Welt gegründet. Im auslaufenden Jahrhun- dert löste die Reblaus die größte Katastrophe des europäischen Weinbaus aus. Erst durch Veredelung (Pfropfung) auf reblausimmune amerikanische Unterlagesreben konnte das Problem biotehnisch gelöst werden. Aus diesem Jahrhundert sind noch mehrere Baumpressen erhalten, in Nachahmung von Herrschaspressen wurden auch bäuerliche Pressen verziert, jedoch mit einer anderen künstlerischen Qualität. Die Familie Schodl in Kleinhadersdorf bei Poysdorf hat auf der mit Kerbschnitzereien und fantasievollen Plastiken reichlich verzierten Presse 150 Jahre hindurch (1830–1987) gepresst. Der Pressbaum ist voll beschrieben, sein vorderes Ende ziert ein Pferdekopf, die Spindelmutter stellt einen Männeroberkörper dar. Man war auch experi- mentierfreudig und verwendete nicht den allgemein üblichen Presskorb aus Holz. Der bis zuletzt verwendete „Presskorb“ war aus maximal 13 Eisenreifen. Er entstand erst beim Füllen jedes waagrecht liegenden Reifens mit Maische. Da jeder Reifen etwas kleiner ist als der vorhergehende, hatte er die Form eines Kegelstumpfes. Beim Pressen wurden die Reifen nach und nach zusammengeschoben, übrig blieb eine dünne Tresterscheibe. * Das Buch zum Beitrag „Kulturgut Weinpressen“ von Wilhelm Schmid und Hans Traxler, ist über die Autoren erhältlich: 0664 1816 236 fwschmid@a1.net oder 01 2926 853 hatraxler@gmail.com Photos:WilhelmSchmidundHansTraxler 06641816236 oder 012926853

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