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GESTALTE(N) Ausgabe 150

Dieser gelöschte Kalk wird dann unter einer dünnen Wasserschicht in Erdgruben auewahrt. Je nach Gebrauch kann die Lagerzeit wenige Wochen oder bis zu mehrere Jahre andauern. Die Grube bezeichnet man als Sumpalkgrube, und das Lagern nennt man einsumpfen. Wird mit wenig Wasser gelöscht, zerfällt der Branntkalk zu einem weißlichen porösen Pulver, das leicht zerbröckelt werden kann; wird viel Wasser verwendet, so entsteht ein Kalkbrei, der sogenannte Sumpalk. Dieser Sumpalk wird dann mit Sanden und seit dem beginnenden 20. Jahrhundert auch mit Zementen zu Mauermörteln gemischt oder für Fassadenfarben verwendet. Was geschieht eigentlich beim Brennen und Löschen? Beim Kalkbrennen verdampfen das im harten Kalkstein enthaltene Wasser und das so genannte Kohlendioxid. Übrig bleibt der „Brannt- kalk”, der nur mehr die Häle des Ausgangsstoffes wiegt. Kommt der „Branntkalk” dann beim Löschen mit Wasser in Berührung, nimmt er dieses wieder sehr gut auf und wandelt sich unter Hitzeentwicklung zum Kalkbrei um. Setzt man diesen gelöschten Kalkbrei als Kalkputz oder Kalkfarbe wieder der Lu aus, so nimmt er die gleiche Menge an Kohlendioxid aus der Lu wieder auf, wie man ihm zuvor beim Brennen entzogen hat. Das überschüssige Wasser verdunstet dann langsam wieder und er wird wieder zu dem, was er ursprünglich war, nämlich harter Kalkstein. Diesen Vorgang nennt man in der Fachsprache „Abbinden“. Jetzt verstehst du, warum Kalkputze und Kalkmörtel so widerstands- fähig und haltbar sind. DasKalkbrennenisteinjahrtausendesaltesHandwerk.AlsBaumaterial zur Erstellung von Mauermörtel, als auch für das Verputzen von Fassaden und Färbeln mit Kalkfarben war und ist Kalk unentbehrlich. Seit der Antike über das Mittelalter bis in das 20.Jahrhundert wurde Kalk gebrannt. Die alte Tradition der Kalktechnik geriet im 20. Jahr- hundert in Vergessenheit und wird erst heute wieder bei der Restau- rierung denkmalgeschützter Bauten und im Bereich des biologischen Baueswiederaufgegriffen. Kalk ist generell ein sehr vielseitiges Material: So nutzten etwa Land- wirte, wegen ihrer keimtötenden Wirkung, eine Mischung aus Kalk und Wasser (Kalkmilch) zur Bekämpfung von Schädlingen an Obst- bäumen. Auch wurden die Viehställe häufig innen mit Kalk ausgemalt oder saure Ackerböden gedüngt. Heute wird Kalk nicht nur als Bau- stoff verwendet, sondern z.B. auch als sanes Scheuermittel in der Zahnpasta oder für die Verbesserung der Eigenschaen von Kunst- stoffen eingesetzt. Das Kalkbrennen und -löschen Beim Kalkbrennen werden vom Steinbruch kommende Kalkbrocken auf 900 bis 1200°C erhitzt. Diese werden vorsichtig aufeinander ge- schichtet und etwa 100 Stunden, also 4 Tage lang gebrannt. Anschlie- ßend wird dieses nun spröde Steinmaterial, der so genannte Branntkalk mit Wasser versetzt. Bei diesem Vorgang, der auch als „Kalk löschen“ bezeichnet wird, entsteht viel Hitze, die so stark an steigen kann, dass die Lösung zu sieden beginnt. Das Kalkbrennen und-löschen KALK Erweitere dein Wissen! Photos:Archiv,BDAWacha ORTSBILDKIDS! Erweitere dein Wissen! 14 GESTALTE(N) * SCHEMA ANTIKER KALKOFEN MÖRTELABDECKUNG ERDE FEUERUNG KALKSTEIN

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