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GESTALTE(N) Ausgabe 150

GESTALTE(N) Nebenräumen. Alle Gebäudeteile können auch miteinander verbunden werden und fordern den Nutzer zu einer flexiblen Nutzung auf. Rücken an Rücken stehen die Glasfassade und die gelochte, mit einem eingeschnittenen Kreuz versehene Holzwand des Zentralraums. So sind Einblick und Sichtschutz zugleich gelungen. „DassdieKonstruktionderKircheanmutet, wie ein Tisch der vier Beine hat, ist ein Element, das in meinen Planungen immer wieder vorkommt.“erzähltPrixüberdieHerangehens- weise beim Entwurf der Kirche. Eine Kirche wie ein Schiff Ein Besonderheit ist mit Sicherheit das Dach derMartinLutherKirche,dasaufGrundseiner Beschaffenheit und Form in einer nord- deutschen Schiffswer gefertigt wird. Silbern schimmernd streckt es drei saugnapfartige Ausstülpungen dem Licht entgegen und verändert permanent die Atmosphäre im liturgischen Innenraum der Kirche. Als Quelle der Inspiration nennt Prix die Kapelle von Le Corbusier im Kloster Sainte-Marie de La Tourette in Éveux bei Lyon. Er grei die Idee der Lichtröhren auf und entwickelt sie weiter, vom Einschluss in einer geraden Decke bei Le Corbusier hin zu einer gewölbten Decke in der Martin Luther Kirche. Gebaut für die Gemeinschaft „Worauf ich stolz bin, ist die Entwicklung des Projekts und dass es keine Gegner gab.“ sagt Prix dem die Gemeinscha der Nutzer stets sehr wichtig ist. „EineKirchefolgtgewissen Regeln – und dabei emotionale und erfahrbare Räume für die Nutzer zu schaffen, ist das Ziel und ema, das wir immer wieder vor uns haben, wenn wir etwas entwerfen.“ so Prix. Die Formensprache der Martin Luther Kirche wurde vielfach interpretiert und reicht von der Symbolik der Dreifaltigkeit, die durch die drei Lichtröhren dargestellt wird, bis hin zur neuen Form des Kanzelaltars, der Altar und Kanzel auf einer Ebene vereinigt. Interessant 26 Bauherr: Stadtgemeinde Hainburg an der Donau Entwurf / Planung: COOP HIMMELB(L)AU – Wolf D.Prix &Partner ZTGmbH Photos:DuccioMalagamba,MarkusPillhofer,MarkusRössle * ist, dass die Symbolik nicht Bestandteil des architektonischen Entwurfs von Prix war, vollendet betrachtet aber viel Spielraum für Interpretation bietet. Dazu Prix: „Alles hat kirchlichen Charakter: die drei Lichtröhren und der Tisch. Architektur soll der Interpretation ja Spielraum geben. Je mehr die Menschen hinein interpretieren, umso besser ist es und umso stärker ist das, was man gemacht hat.“ 2 1

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