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GESTALTE(N) Ausgabe 150

auch die Architektur gefordert, beide Anforderungen durch entsprechende Gestaltung zu unterstützen.“ Durch die Anordnung der Gebäude entsteht in der Mitte der Wohnhausanlage eine Freifläche, die gemeinschalich genutzt werden kann. Diese Fläche ähnelt einem “Dorfplatz„ und ist der soziale Treffpunkt der Baugruppe B.R.O.T.. Neben den üblichen Anfor- derungen an das individuelle Wohnen sind großzügige Gemeinschas- flächen für die Bewohnerinnen und Bewohner geplant, welche das gemeinsame Zusammenleben stärken. Auch in Hinblick auf ein geglück- tes gemeinschaliches Wohnen setzt die Gruppe auf Erkenntnisse der Vorgängerprojekte:„Die Erfahrungen anderer Projekte zeigen, dass das ge- meinsame Kochen, Essen und Feiern eine wesentliche Basis für eine leben- dige Gemeinscha scha, die dann auch in der Lage ist, schwierige Entscheidungen und Konflikte im Konsens oder zumindest so zu treffen, dass alle Beteiligten mit der Lösung leben können.“ Darüber hinaus möchten sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Teil ihres Wohnraums Menschen zur Verfügung stellen, die aufgrund ihrer sozialen, finanziellen und sonstigen Lebenssituation andernfalls keine Chance hätten mit Unterstützung durch die Gemeinscha zu wohnen. Dazu wird ein Solidaritätsfond geschaffen, der bei Bedarf auch anderen Mitgliedern zur Überbrückung einer zeitlich begrenzten Notsituation zugänglich sein soll. Die Gemeinscha wünscht sich, eine vielfältigen Mix an Menschen in ihrem Projekt vereint: „Der Anspruch der gegenseitigen Wertschätzung in unserer Unterschiedlichkeit soll sich in der Mischung unterschiedlicher Generationen, Lebensformen, unterschiedlichem Umgang mit Spiritualität oder kultureller Herkun zeigen.“ Derzeit sind junge Familien mit kleinen Kindern in der Mehrzahl, deshalb sucht die Gruppe bewusst auch ältere, alleinstehende Interessentinnen und Interessenten. Etliche Wohn- einheiten sind noch frei zu vergeben. Wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen an einer der nächsten Veranstaltungen teilzunehmen. * DIDr.EdeltraudHaselsteiner, geboren 1962 in Waidhofen an der Ybbs, nach mehrjähriger Tätigkeit als Sozialarbeiterin, Studium der Architektur an der Technischen Universität Wien. Seit 2000 freiberuflich tätig mit Schwerpunkt Architektur- und Stadtforschung, Nachhaltigkeit, Soziologie und Kunst. Derzeit Forschungs- und Lehrtätigkeit am Institut für soziale Ökologie (Alpen-Adria Universität Klagenfurt-Wien-Graz) und an der FH Technikum Wien (Master Erneuerbare Urbane Energiesysteme). I N F O R M A T I O N Termine und Informationen zum Projekt finden Sie unter www.brot-pressbaum.at B.R.O.T. Aspern: Wohnheim der Baugruppe Gemeinscha B.R.O.T. Aspern, 2015 besiedelt Photo: Ernst / B.R.O.T. Aspern schasfläche entstehen. Verläu alles planmäßig, werden die Häuser Anfang2017bezugsfertigsein.EinerökologischenBau-undLebensweise den Vorzug gebend sind die Gebäude in Holzbauweise geplant. Aus KostengründensindallerdingsimmerwiederKompromissezuschließen. Das Wohnprojekt ist als Wohnheim konzipiert. Wohnungen werden nicht vermietet oder verkau, sondern Nutzungsverträge für die einzelnen Wohneinheiten vergeben. Im Sommer 2013 fand sich erstmals eine kleine Gruppe zusammen, das gemeinsame Wohnprojekt in Pressbaum in Angriff zu nehmen. In den vergangenenJahrenistsiedurchMundpropagandaimFreundeskreis,In- formationen in den bestehenden Häusern und auf der Internetplattform GemeinsamBauenWohnen(http://gemeinsam-bauen-wohnen.org/)ge- wachsen. Momentan gilt es noch zahlreiche strategische und planerische Entscheidungen abzustimmen. Dazu werden monatlich Vollversamm- lungen des Vereins abgehalten. Leitungsteams und Arbeitsgruppen zu verschiedenen emen sind aktiv an der Realisierung beteiligt. Das Wohnprojekt kann auf kundige Vorerfahrung der bisher drei erfolg- reichrealisiertenProjekteunddieBegleitungundBeratungvonHelmuth Schattovits, der auch die anderen B.R.O.T. Projekte initiiert und betreut hat und kürzlich verstorben ist, zurückgreifen. Die Mitglieder aller vier Wohnprojekte sind durch den B.R.O.T. Dachverband laufend im Aus- tausch. Die Initiatoren der Wohngruppe Pressbaum beschreiben das gemeinsame Konzept: „Im Wohnprojekte soll der Alltag sowohl Rückzugs- möglichkeiten als auch Gemeinschasleben ermöglichen – gerade hier ist 55GESTALTE(N)

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