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Niederösterreich GESTALTE(N)

11 GESTALTE(N) Was macht die Stadeln im Weinviertel so besonders? Es gibt einen Typus, der ganz charakteristisch für das Viertel und fast nur da anzutreffen ist: derLängsstadel–eineScheune,die–weillängs- gestellt – ihre Tore an den beiden Giebelseiten hat und in ihrer Altform weit herabgezogene Dachflächenaufweist.Essindholzständerbau- ten, die als holzsparende Technik auf die holz- armut der Region verweisen. Die Außenhaut ist variabel: holzverbretterung, Fachwerk mit Lehmziegelausfachung, gemauerte Wände mit Ziegel oder Stein. Neben dem Längsstadel gibt es auch den Quer- stadel, der in anderen Teilen Niederösterreichs und des Burgenlands den gängigen Typus dar- stellt. Mischzeilen aus Längs- und Querstadeln sind häufig anzutreffen. Der Querstadel steht traufseitig zur Straße und ist mit zwei Toren an den Traufseiten erschlossen. Innen gliedert sich der typische Längsstadel in 2–5 Schiffe, die der ursprünglichen Funktion alsStroh-undheuspeicheralsauchalsArbeits- platz für Drusch, der Ertrag des Dreschens mit dem Dreschflegel, gerecht wurden. Die Tenne (weinviertlerisch: der Tenn) war Durchfahrt und Arbeitsfläche, das benachbarte Schiff Speicher. Daran schließen sich o die deutlich niedrigerenSchiffeandenSeitenwändenan,die Speicher und Arbeitsfläche sein konnten. Der riesige Dachraum ohne Zwischendecke wurde auch als Speicherraum genützt. Die Säulen- reihen, auf denen die Konstruktion ruht und der freie Blick bis unter die Dachhaut verleihen dem Stadel den Charakter eines Sakralbaus. Der Stadel – ein Kultobjekt Die Stadelzeilen bieten das typische serielle Element des Weinviertler Dorfes, wie Keller- gasse und Dorfzeile. Die Zeilen, manchmal ge- schlossen, manchmal mit Reihen dazwischen, sind dorfprägend. Der Stadel ist Kultobjekt, das für Stadelmusi und Stadeltanzer Bühne bietet. Dies leitete sich von der Notwendigkeit des Festtretens des Bodens her, der für den Drusch gebraucht wurde. Dazu lud der Bauer die Dorf- jugendzumTanz:VerdichtendesTennsumden Preis eines Fasses Bier und eines Musikanten, der aufspielt. Nicht jeder Stadel kann gerettet werden. Wissen um die Geschichte, Funktion und gestalterische Qualität sind Grundlage, wie von der Stadelakademie vermittelt, dann sind Kreativität und Mut zum Neudeuten gefragt. SchickenSieunsihrschönstesStadelfoto und gewinnen Sie die Ausbildung zur „Stadel-LiebhaberIn“ der Weinviertler Stadelakademie Informationen über die Weinviertler Stadel- akademie finden sie auf www.agrarplus.at Einsendeschluss 2. September 2016 Die Gewinne sind nicht in bar ablösbar und nicht übertragbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Beispiele realisierter Umnutzungen von Stadeln: • heurigenstadel in Pillichsdorf www.weinviertel-dac.at • Kaffeehaus ZART Pralinen & Café in Staatz www.staatzerschokolade.at • Jazzstadel „Schreiberstadl“ in Poysdorf www.jazzandwine.at • und für Traktorliebhaber das Traktorium in Drasenhofen www.traktorium.org * B u C h T I P P : Na ja ... und andere Weinviertler Seufzer von Martin Neid Edition Winkler-hermaden MachenSie mit!

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