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Noe_Ausgabe_152_neu2

Ein sehr effizientes Verfahren, bei dem der Planer direkt vor Ort arbeitet und jeden vor- gesehenen Schritt sofort anhand der realen Bedingungen prüfen kann. So entstanden in nur einem Arbeitstag sowohl das Sanierungs- konzept als auch der Vorentwurf unter dem Leitbild: „Neues Leben im alten Haus: unkompliziert, vielseitig, wahrhaig“. Mut zu unkonventionellen Methoden Nach dem Entfernen der vorgehängten Eternit- plattenunddemAbschlagenderlosenPutzteile stellte sich heraus, dass die Wände des Hauses vorwiegend aus Naturstein bestanden und vor allem an der Hangseite und im Erdgeschoß stark durchfeuchtet waren. Der heutige Stand der technik lässt sich in Alt- bauten nicht immer normgerecht verwirkli- chen, vielmehr steht die Angemessenheit der jeweiligen Maßnahmen im Vordergrund. Denn der unreflektierte Einsatz von techno- logien, die sich am Neubau bewährt haben, ist beim Altbau problematisch und o mitverant- wortlich für Kostensteigerungen und spätere Bauschäden. Statt einer sehr aufwändigen trockenlegung und thermischen Sanierung der Wände wurde daher ein völlig anderer Weg beschritten. Zunächst galt es, die auf dem Lehmuntergrund errichteten Böden sowie rund 40 cm alte Schüttung und Lehm im Erdgeschoßhierzuentfernenundeinenplanen Untergrundherzustellen.Anschließendwurden innenentlangderFundamentesowieeinzelnen Mauerabschnitten und den Deckenkappen Kupferleitungen verlegt und angeputzt. Über dieses Rohrsystem wird Wärme aus der 24 m2 Solaranlage am Dach als „Bauteilaktivie- rung“ eingeleitet und das ganze Jahr über eine sane Durchwärmung und damit Austrock- nung des Gebäudes erzielt. Für die Dämmung unter dem neuen Fußbodenauau wurde Schaumglasgranulat verwendet. Ein Material, das sich durch seinen guten Dämmwert aus- zeichnet und im Gegensatz zu anderen Mate- rialien nicht den Abtransport der Feuchte über die Raumlu verhindert. Die Decke zum Dachboden wurde mit Perlite, einem Dämm- stoff, dessen Ausgangsmaterial vulkanisches Gestein ist, ausgeführt. Neue Raumordnung – nachhaltiger Materialeinsatz Einige Innenwände mussten schon fallen, um das von den Eigentümern gewünschte Raumkonzept zu verwirklichen, und die ursprünglich an der Straßenfront gelegenen Wohn-und Schlafräume wurden an die ruhige und sonnige Gartenseite mit Blick nach Süden verlegt. Dort befindet sich nach dem Umbau auch der neue Haupteingang. Am einstigen Stadel wurde die desolate Holzschalung entfernt und anschließend die teilweise abge- sackte Konstruktion wieder ins Lot gebracht. Darunter entstand für den Küchen- und Ess- bereich ein gläserner Zubau und vorgelagert eine große, witterungsgeschützte terrasse. Durch Abbruch gewonnene Ziegel und Natur- steine wurden wiederverwendet und die meisten der recht gut erhaltenen Kasten- fenster und Innentüren fachgerecht saniert. An der Südseite sind nun neue, größere und energiesparende Fenster eingebaut, die viel Sonne ins Haus bringen und Ausblick auf die grünen Hügel der Umgebung bieten. Die neuen Böden in den Wohnräumen bestehen aus massivem Eichenholz und in den Nass- räumen wurde Naturstein verlegt. Fazit: Aus einem alten, bereits aufgegebenen Haus entstand im Rahmen des vorgegebenen Budgets ein wahrhaiger Wohntraum mit Charakter und Flair. Dank klarer Zielsetzung und schlauer Planung wurde viel Geld gespart und noch mehr Lebensqualität erzeugt. „Es ist uns gelungen, dem Haus seine Seele wiederzugeben“, sind sich die Eigentümer und der Architekt einig. EIGENTÜMER Familie Breit-Höretzeder ENTWURF / PLANUNG Architekt Martin Rührnschopf Photos: Heinz Schmölzer, Archiv Eigentümer 1 Die ehemalige Außenmauer wurde entfernt und die Küche um den verglasten Vorbau erweitert. 2 Die bestehende Mittelgangerschließung blieb erhalten. 3 Nostalgisch – in jedem Zimmer wurde ein Möbelstück aus dem alten Hausrat platziert. 4 Die Holzkonstruktion des alten Stadels wurde zur überdachten Freifläche. 5 Blick von der offenen Küche auf den Glasvorbau 50 GESTALTE(N) * vorher nachher 1

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