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GESTALTE(N) Ausgabe 153

schon 2001. Ihn fasziniert der Charme der Ruine und es gelingt ihm gemeinsam mit Architekt Norbert Steiner, diesen Charme ins 21. Jahrhundert zu überführen. Vom Mittelalter ins 21.Jahrhundert Durch den Einsturz eines Erdstollens im Keller des Gebäudes verändert sich das gesamte Projekt. Der Bauherr entfernt in müh- seliger Kleinarbeit 4 Monate lang jeden ver- schütteten Ziegelstein und lässt „chirurgische” Eingriffe vornehmen, um die Haut des Gebäu- des zu retten. Ergebnis ist eine Raumhöhe von über 14 Metern vom Keller bis zum Dachstuhl, die der Bauherr und der Architekt gemeinsam gestalten. Dabei werden die Elemente aus dem 16 Jahrhundert gekonnt restauriert und in Wohnansprüche des 21. Jahrhunderts integriert. Noch heute versprühen die Balken der ehemaligen Rauchküche im Wohnraum der Familie ihren unverkennbaren Geruch. Das historische Zimmer mit griffigem Holz- dielenboden, schiefen Wänden und einer getäfelten Decke, die von unzähligen Zahn- bürstenborsten gereinigt wurden, erscha Atmosphäre und vermittelt Wohnlichkeit, wie es kaum ein Neubau zu erschaffen vermag. Das Haus hat Geschichte und scha mit viel Kreativität und Willenskra den Sprung in die Wohnwelten des 21. Jahrhunderts. Ein Badehaus im Haus, ein Brunnenhaus im Hof – wie damals und heute – wertvoll und erhaltenswert. Von der Kraft der Vorstellung „Es ist ein sehr großzügiges Haus geworden, das trotzdem heimelig ist” sagt Hermine Gruber, die die Beharrlichkeit ihres Mannes Ewald gut kennt. Ihm ist es ein Herzensan- liegen die Ruine zu revitalisieren und ein repräsentatives Haus, auch im Sinne der Ge- meinscha des Ortes, zu schaffen. Heute ist er stolz auf das Ergebnis, das nicht nur seiner Familie, sondern auch vielen Besuchern zeigt, dass scheinbar Unmögliches auch möglich sein kann – mit Weitblick und Zielstrebigkeit, die Ewald Gruber verkörpert. Und weiter geht’s Und gemeinsam mit seinem Architekten ist er noch lange nicht am Ende der Wandlung an- gekommen. Die ehemaligen Stallungen sollen einer Vinothek Raum bieten und im Luraum im ersten Stock sieht sich Ewald Gruber schon sein Frühstücksei auf der geplanten Terrasse genießen. Der Garten darf auch noch gestaltet werden. Wir wünschen viel Spass dabei und freuen auf das Ergebnis. EIGENTÜMER Hermine und Ewald Gruber ENTWURF / PLANUNG DI Norbert Steiner, SPUTNIC Architektur Photos: Heinz Schmölzer, Sputnic Atchitektur 50 GESTALTE(N) * 1 offene Sichtverbindung zwischen dem Gewölbekeller und dem Erdgeschoss 2 Der umlaufende Glasstreifen lässt die Decke des Wohnzimmers optisch schweben 3 Der Raum wird auch von Tageslicht-Spots, die in der Dachfläche sitzen belichtet und beleuchtet 4 Die Originalholzdecke wurde tendrochronologisch mit 1550 datiert 5 Ein alter Taubenkogel inmitten des Innenhofs 2 1

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