Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

GESTALTE(N) Ausgabe 153

GESTALTE(N) 54 * Photos: Heinz Schmölzer, Elke Bruckmüller Zeit zu entdecken Mit Enthusiasmus und viel Fingerspitzenge- fühl beginnt Doris Pfaffenlehner, gemeinsam mit ihrem Mann, die Sanierung des seit Mitte der 80er Jahre stillgelegten Bahnhofs. Die Schönheit des alten Ziegelhauses mit Steinfas- sade wird von den beiden Schritt für Schritt entdeckt und wiederbelebt. Das Haupthaus bot ehemals 3 Parteien Wohnraum und beher- bergte auch die Fahrdienstleitung als zentralen Arbeitsraum.AlleRäumeimHaupthauswerden in ihren Dimensionen belassen und sind zwischen sechzehn und fünfundzwanzig Quadratmeter groß und drei Meter fünf hoch. Die ehemalige Fahrdienstleitung dient der Familie als großzügige Wohnküche, daneben werden die alten Räume als Wohnzimmer, Schlafzimmer und geräumiges Badezimmer genutzt. Der ehemalige Wartebereich ist etwas höher und ist heute Werkstatt der erfolgreichen Schuhmachermeisterin. Befreit von Spanplatten, Plastikbelägen und Teppich- böden atmen alte Schiöden und ein Parkettboden auf und werden in liebevoller Kleinarbeit wieder hergestellt. Klinker füllt die Bereiche,dienichtmehrgerettetwerdenkönnen. An den Wänden sind dicke Schichten Leim- farbe aufgetragen, die Schicht für Schicht entfernt werden und Wandbemalungen in kräigen Farben sichtbar werden lassen, die den Eigentümern den Atem rauben. Hart- näckig bearbeiten sie auch die Kastenstock- fenster, die mit einer Höhe von ein Meter achtzig pro Fenster eine Woche Arbeit kosten, bevor sie Bewohner mit einem unvergleichli- chen Raumklima für Ihre Mühe entlohnen. Zeit zu gestalten Der Umbau dauert rund ein Jahr aber „die Zeit des Gestaltens ist noch lange nicht zu Ende“, meint Doris Pfaffenlehner fröhlich. So wartet der Oberstock noch darauf, entdeckt zu werden. Eine Liebe fürs Leben wie es scheint, „eine Lebensaufgabe“ sagt die Schuhmacherin. Zeit zu leben „Ich fühle mich sehr sicher in unserem Haus“ schwärmt die Schuhmacherin über ihr Zu- hause. Und das ist auch nachvollziehbar: schwere, massive Mauern bilden das Haus, das sehr herrschalich in der Landscha steht und der vierköpfigen Familie mehr als nur ein Dach über dem Kopf bietet, sondern auch ein würdiger Rahmen für exquisite Handwerkskunst ist.

Seitenübersicht