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Noe gestalte(n) Altbau 03 2013

werks durch die historischen „Originalersatzteile“, nämlich Kalk- oder Lehmputzmörtel wiederhergestellt. Speziell die unzähligen historischen Lehmhäuser des Weinvier- tels wurden und werden ja leider mit modernen Bauma- terialien und -techniken häufig eher „kaputtsaniert“. Zement- oder Kalkzement-Außenputze z.B. behindern die Verdunstung von Restfeuchte weit mehr als die originalen Lehm- oder Kalkputze und sie sind auch weit härter und starrer, so dass sie sich z.B. mit der Zeit sogar von der Fassade lösen können. Der Grund: In früherer Zeit war es nicht üblich Häuser frostfrei zu fundamentierten und so bewegen sich diese alten Gebäude im Jahreslauf immer ein bisschen. Das kleinteilige Ziegelmauerwerk mit dem elastischen Lehm- oder Kalkmörtel macht das jahrhundertelang schadlos mit. Abgesehen von harmlosen feinen Haarris- sen passiert nichts. Erst wenn unbedacht Drainagen ent- lang der Fundamente gegraben und mit Schotter gefüllt werden, ist das Risiko groß, dass es zu schweren Set- zungsschäden durch abwechselnde Austrocknung und Bewässerung des Bodens unter den flachen Fundamenten kommt. Erfahrungsgemäß sind über 90% aller angelegten Drainagen im historischen Altbau im günstigsten Fall nutzlos. Häufig sind nämlich Feuchte und Schimmel eine Folge von Versalzung, besonders in ehemaligen Stallbauten. Alle teuren Maßnahmen gegen „aufsteigende Feuchte“ würden hier wirkungslos bleiben, wenn es die möglicher- weise gar nicht gibt, sondern Versalzung und damit hygroskopische Feuchte aus der Luft die Ursache ist. Daher ist eine systematische Bauzustandsanalyse so wichtig um die Ursachen der Mängel zu finden. Da gibt es z.B. oft Regenfallrohre, die scheinbar sauber im Boden verschwinden. Gräbt man aber auf, entdeckt man oft ein desolates, altes Betonrohr, das schon seit vielen Jahren heimlich die Hausecke von unten bewässert. Abhilfe können auch ganz einfache Maßnahmen (immer am besten entlang der, aus der Bauzustandsanalyse abgeleiteten Sanierungscheckliste) schaffen. z.B. bei starkem Regen vors Haus gehen und schauen, ob das Wasser vom Dach auch wirklich, wie bisher geglaubt in die Dachrinne fließt? Dachrinnen mit funktionierenden Abläufen, die das Regenwasser vollständig mindestens etliche Meter vom Haus weg bringen, gehören zu den wichtigsten und wirkungsvollsten Sanierungsmaßnahmen. 13ALTBAU

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