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Noe gestalte(n) Altbau 03 2013

20 ALTBAU DER PUTZ Die Putzschichte am Mauerwerk ist ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung des statischen Gefüges eines Objektes. Der Fachmann kann aufgrund der Rissbildung feststellen, ob das Gebäude statische Probleme durch Setzungen hat bzw. ob Probleme der Standfestigkeit vorliegen. Hier ist empfehlenswert, bevor noch der Putz entfernt wird, Bilder anzufertigen oder einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Die verwendeten Materialien von Außenputzen haben sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Bis um die Jahrhundertwende wurden ausschließlich Kalkputze mit geriebener oder geglätteter Oberfläche verwendet. In der Nachkriegszeit wurde bereits mit Kalk- zementmörtel verputzt und seit den 70er Jahren sind häufig Vollwärmeschutzfassaden anzutreffen. SANIERUNGS-TIPP: An historischem Mauerwerk sollten nur Kalkputze ausgeführt werden, da sie sehr elastisch und wasser- dampfoffen sind. Außerdem dürfen diese Putze nur mit Kalk oder Mineralfarben gefärbelt werden, da sonst die Diffusionsfähigkeit eingeschränkt wird. Der Sockelputz ist immer als Wartungszone zu betrachten, hier muss in regelmäßigen Abständen der Putz instand gesetzt werden. Es sollte mindestens eine 3 cm breite Verdunstungsfuge, zwischen Gelände und Sockelputz hergestellt werden. Außerdem sollte in einer Höhe von ca. 30 cm zusätzlich eine ca. 1 cm breite Fuge ausgebildet werden. An der Innenseite sollte ebenfalls eine Verdunstungsfuge von 3 cm über der Fußbodenoberkante ausgeführt werden. Traditionelle ländliche Gebäude wurden immer der Kontur folgend verputzt. Das ist sparsam, ergibt die wenigsten Spannungen im Putz und ist daher am Dauerhaftesten. Mit den Jahrhunderten neigten sich die Bauten auch gerne ein wenig aus der Senkrechten. Zusammen mit den gerundeten Ecken sollte man das mit den Original - Materialien, also mit Kalk- oder Lehm putzen wieder so herstellen. Ein Fehler wäre es, aufwändig zu versuchen normgerechte Ebenflächigkeit und lotrechte, scharfe Kanten herzustellen. Das kann aufgrund der daraus sich ergebenden unterschiedlichen Putzstärken zu vermehrter Rissbildung führen und wider- spricht zudem dem charakteristischen Erscheinungsbild alter Bausubstanz.

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