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Noe gestalte(n) Altbau 03 2013

Es werden 3 Arten von Innendämmsystemen unterschieden: • Systeme mit Dampfbremse Auf der Dämmkonstruktion wird raumseitig, um das Ein- dringen von Luftfeuchtigkeit aus der Raumluft zu verhin- dern, eine dampfdichte Ebene hergestellt. • Systeme mit dampfdiffusionsdichten Dämmstoffen Bei diesen Systemen bilden die Dämmplatten selbst die dampfdichte Ebene. • Systeme mit dampfdiffusionsoffenen Dämmstoffen Hier kommen Dämmstoffe, die kapillar leitfähig sind zum Einsatz. Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, wodurch es zu keinen ungünstig hohen Feuch- tigkeitskonzentrationen kommt. WELCHE BAUSTOFFE SIND EMPFEHLENSWERT? Das ist eine heikle Frage, weil sie leicht für eine bloße Ansichtssache gehalten wird. Der Begriff „Graue Energie“ ist ein guter, weil objektiver Maßstab für eine Bewertung von Baustoffen. Graue Energie ist die Energie, die zur Gewinnung, Herstellung und Trans- port eines Baustoffs aufgewendet werden muss. Allein bis ein Haus fertiggestellt ist muss bereits eine enorme Menge Energie aufgewendet werden. An die denkt man selbst in der Bauforschung heute noch immer viel zu wenig. Ein herausragend positives Beispiel für einen technisch vielseitigen Baustoff ist Holz, das in Österreich nachhaltig produziert wird. Bei den mineralischen Baustoffen erfordert Lehm z.B. als Verputz nur einen kleinen Bruchteil der Herstellungsenergie gegenüber allen vergleichbaren konventionellen Materialien. Die nachwachsenden Dämm- stoffe, wie z.B. Zellulose, Holzweichfaser, Stroh, oder Flachs schneiden auch sehr gut ab. Baustoffe wie Zement und Kalk dagegen, die nicht nur einen hohen Energieaufwand für die Herstellung brauchen, sondern dabei auch noch zusätzlich viel fossiles CO2 freisetzen sollten nur sparsam dort eingesetzt werden wo sie praktisch unverzichtbar sind, z.B. als Beton für Fundamente. Die meisten bekannten Baustoffe liegen zwischen diesen Extremen, da kann man sich von persönlichen Vorlieben leiten lässt. WIE ÖKOLOGISCH SIND BAUSTOFFE DIE ALS SOLCHE ANGEBOTEN WERDEN? Praktisch alle Hersteller versuchen ihr Angebot für Bauen und Wohnen mit Schlagworten wie „umweltfreundlich“, „energieeffizient“ usw. zu vermarkten. Fundierte Produktprüfungen von unabhängigen Prüf- oder Zertifizierungsstellen sind aber eine Seltenheit. Bei Eigendeklarationen von Herstellern wäre das Interessanteste oft das, was nicht drinnen steht. Denn welche Marketingabteilung würde es freiwillig zulassen, dass sich eine Produktbeschreibung womöglich wie der Beipackzettel eines Medikaments, oder wie eine Zigarettenschachtel liest? z.B. etwa wäre zu lesen: „Dieser Spannteppich beeinträchtigt ihr Innenraum- klima“, oder: „Dieser Wärmedämmstoff enthält hochgiftige Flammschutzmittel und gibt im Brandfall giftige Gase ab“. Bei Baustoffen und Einrichtung bestehen keine Verpflichtungen auf derartige negative Wirkungen hinzuweisen. 44 ALTBAU

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