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Noe gestalte(n) Garten 03 2013

18 Garten Die Bodenverhältnisse beachten Je nach Region befinden sich unsere Gärten in unter- schiedlichen geologischen und bodenkundlichen Regionen. Wichtigste Unterscheidung ist die der kristallinen von den kalkhaltigen Böden. Im Weinviertel zum Beispiel und im Süden Wiens dominiert der Kalk. Im Waldviertel mit seinem kristallinen Untergrund sind die Verhältnisse anders. Besonders bei trocken gefallenen Mooren findet man sauren, kristallinen Boden. Das wirkt sich auf die Pflanzenverwendung, die Versickerungsfähigkeit und auch Stabilität des Bodens aus. Manche Pflanzen funktio- nieren in kalkhaltigem Boden einfach nicht. Da nutzt es auch kaum den Boden auszutauschen, gegossen wird ja wiederum mehrheitlich mit kalkhaltigem Wasser. Gutes Beispiel sind die Rhododendren-Beete, die nach ein paar Jahren wieder einen Bodenaustausch verursachen würden. Statt künstliche Standorte zu schaffen, ist es besser, auf die bestehenden Bodenverhältnisse zu achten und sich mit den Pflanzen danach zu richten. Es gibt Pflanzen für Trockenheit, sehr feuchte Lagen, saure und alkalische Böden sowie starken Wind. Die Kunst der Gartengestal- tung liegt darin, die passenden Pflanzen für die jeweiligen Anforderungen zu finden. Am besten im Herbst kann man Maßnahmen zur Bodenverbesserung durch führen. Sie können sehr schlechte Böden wie die sehr ton- und lehmhaltigen Böden für ein breiteres Pflanzspektrum aufbereiten. Die Düngung und Lüftung fördern die Humus- bildung, Gesteinsmehle verbessern die Nährstoffbindung bei allen Böden, Sand und Kies verbessern sehr bindige, schwere Böden. Bei der Düngung ist die Gründüngung oder Kompostdüngung einer Torfgabe vorzuziehen. Prin- zipiell sollte man darauf achten, Torf zu vermeiden, da der Abbau Moore zerstört. Ohne vorhergehendes Neutra- lisieren und Düngen kann Torf lediglich die Durchlüftung des Bodens verbessern, sonst jedoch durchaus die Bodenqualität verschlechtern, da Hochmoortorf extrem nährstoffarm ist und zur Bodenversauerung führt. Der Schutzbereich eines Baumes mit Wurzelsystem Tipp vom Landschaftsarchitekten: Geregelt wird der „Schutz von Gehölzen und Vegeta- tionsflächen bei Baumaßnahmen“ in der ÖNORM L1121. Wichtig ist hierbei, die Bäume im Bauprozess vor Versiegelung zu schützen. Weiters sollte Boden- auftrag, der ein Faulen der Wurzeln mit sich zieht, sowie ein Bodenertrag, der Wurzeln freilegt und ein Austrocknen verursacht, vermieden werden. Sind Grabungsarbeiten im Wurzelbereich nicht zu ver- meiden, dann maximal bis 3m bis zum Stamm. Ein Wurzelvorhang als saubere Schnittstelle zur Bau- grube und ein gleichzeitiger Kronen-Entlastungs- schnitt lassen den Baum überleben.

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