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Noe gestalte(n) Neubau 03 2013

16 NEUBAU (03) ALLEIN ODER GEMEINSAM – DAS EINFAMILIENHAUS UND SEINE ALTERNATIVEN Woher kommt aber nun das freistehende Einfamilien- haus, das sich schon fast vernunftwidrig als der Wohntraum der meisten Menschen durchgesetzt hat? Wie verlief die Entwicklung in Niederösterreich? Und welche anderen Bauformen gibt es? Wenn auch die Bedeutung der historischen Hausland- schaften (gehäuftes Auftreten eines Haustypus) abnimmt, prägen historische Strukturen auch heute noch weite Teile unserer ländlichen Gebiete. Erst in der Nachkriegszeit setzte sich das vollkommen freistehende Einfamilienhaus als Wohnform durch. Man versuchte sich selbst zu versorgen. Der Wohn- und Siedlungsfond organisierte „Randsiedlungsaktionen“, die den Bau von Kleinhaussiedlungen - meist von Bau- vereinigungen - zum Inhalt hatten. Die SiedlerInnen waren aktiv in den Bau des Hauses sowie die Aufschlie- ßung des Grundstückes mit eingebunden. Grundlage für den Bau dieser Kleinhäuser mit 2-3 Zimmern waren schlichte Grundrisstypologien. Auf kleinstem Raum wurden hier alle wesentlichen Funktionen untergebracht. Der Bau eines Hauses war eine Leistung, die zu dieser Zeit hoch angesehen war. Bis vor kurzem verstand man es leider viel zu oft als Statussymbol, bei dem die Repräsentation nach außen wichtiger war als das Innere. Bei der Rückbesinnung auf die persönlichen Bedürfnisse, die ökonomische Ausnutzung des vorhandenen Budgets, Zweckmäßigkeit und Fragen des Ortsbildes ist die Unter- stützung durch erfahrene PlanerInnen substanziell. Durch die geringer werdende Erwerbstätigkeit in der Landwirtschaft, die Abwanderung und das Pendlerwesen haben sich in den letzten Jahrzehnten mancherorts die dörflichen Strukturen stark verändert. Umso wichtiger ist es für das Ortsbild, die uns scheinbar vertrauten Einrich- tungen wie Balustraden, Erker, Balkongeländer mit Ornamentik oder Fensterläden, Zaun oder Thujenhecke zu hinterfragen und vielleicht neue Interpretationen für tatsächlich historische Werte und Formen zu finden. ALTERNATIVEN ZUM FREISTEHENDEN EINFAMILIENHAUS Die unkontrollierte Zersiedlung stellt eine Bedrohung für unser Landschaftsbild dar. Der dabei entstehende öffent- liche Freiraum fördert nicht die nachbarschaftliche Kommunikation. Daher wollen wir auch andere Möglich- keiten aufzeigen sich ein einzigartiges Heim zu schaffen: 1) AUSBAU UND ZUBAU Eine weitere Möglichkeit für die Schaffung von neuem Wohnraum ist die Erweiterung eines bestehenden Gebäudes. Ob ein horizontaler Zubau oder eine vertikale Erweiterung am Dach eines vorhandenen Hauses, auch hier kommen die bereits genannten Vorteile der dichte- ren Bauweise zu tragen. Zusätzlich lassen sich die Ansprüche von zeitgemäßem, modernen Wohnen mit dem charmanten Charakter eines Althauses verbinden.

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