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Noe gestalte(n) Neubau 03 2013

Im Planungsprozess werden analytisch Fragen zu den Ge“wohn“heiten der Benutzer erarbeitet: Beruf, Arbeitswelt, Tagesablauf, Freizeitgestaltung sind Komponenten die in Betracht gezogen werden. Soll die Küche offen oder geschlossen sein? Welchen Stellenwert haben die Terrasse, die Gartennutzung, ein gemeinsamer Spielbereich, das Heimkommen, Fernsehen, die Orientierung zur Sonne morgens oder abends, im Sommer oder im Winter? Prioritäten werden gesetzt, unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen kristallisieren sich heraus. Nun werden die einzelnen Nutzungsbereiche miteinander verknüpft und zu einer Gesamtkomposition zusammen- gesetzt. Die Erschließungszonen – ebenso untergeordnete Bereiche – verbinden die Handlungszonen nicht nur horizontal oder vertikal miteinander sondern auch funktional und inhaltlich. Dies hat wiederum Einfluss auf die Position der Stiege. Verkehrs- und Gangflächen sollen möglichst minimiert, die optimalen Erschließungsformen gefunden werden. Neben der Funktionalität, Größe und Anordnung der Bereiche spielt die Raumwirkung und Raumwahrnehmung für das Inszenieren der Architektur eine bedeutende Rolle. Formensprache, Proportionen und Materialwahl werden angepasst und für den Benutzer optimiert. Die haptische und optische Raumwahrnehmung wird hier beeinflusst. Offen, geschlossen, extrovertiert, laut oder bunt; der Charakter der Bewohner prägt die Atmosphäre. Lebensgewohnheiten und Abläufe können sich im Gebäude widerspiegeln. Die Außenhaut ist bis zu einem gewissen Punkt repräsentativ für das Innen- leben. Was soll nach außen ablesbar sein? Und was soll privat und intim gehalten werden? Die Außenhaut kann als Schutz und Abschirmung fungieren. Der analytische Prozess beim Entwerfen wird zu der lustvollen Aufgabe sich mit dem „Storyboard“ einer Zukunftsvision zu beschäftigen. Der Mensch steht bei der Planung im Zentrum. Rückwirkend könnte man meinen Christian Morgenstern2 hatte doch recht in dem er sagte: "Zeig mir wie du wohnst, und ich sage dir wer du bist.“ 2 Christian Morgenstern: (*1871 in München; †1914 in Meran) deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer. Bekanntheit erreichte er durch seine humorvolle Lyrik, die jedoch nur einen Teil seines Werkes darstellt. 3 gleich große Räume – 3 unterschiedliche Raumwirkungen Durchdacht eingesetzt können Materia- lien, Licht und Farbe beim Betrachter unterschiedliche Effekte erzielen. Das Raumgefühl und dessen Beeinflussung wurden bereits in vielen Epochen wie zum Beispiel dem Barock intensiv behandelt und herausragend gelöst. Materialeffekte oder wahrnehmungs- psychologische Tiefentäuschungen wurden gezielt eingesetzt. Warme oder kalte Töne können auch heute die Wirkung von großen, kleinen, langen oder gestauchten Räumen unterstreichen oder dem entgegenwirken. 25NEUBAU Dunkle Decke + dunkle Wände Erdung durch dunklen Boden Intensive Rückwand + seitliche Verglasung

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