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Noe gestalte(n) Neubau 03 2013

Zu einer Optimierung der Raumaufteilung, einer Anpas- sung an eine schwierige topographische Situation oder auch zur Einsparung von Nutzfläche kann dieser Grundsatz – möglichst kompakt zu bauen – für die eine oder andere Situation hinterfragt werden. Der, nach Berechnung etwas schlechteren, Energiekennzahl steht dann aber vielleicht eine geringere beheizte Kubatur und vielleicht auch ein auf die Bedürfnisse angepasster Entwurf gegenüber. Auch die Wohnbauförderung lässt bei diesem Punkt etwas mehr Freiheit zu und gibt den Planern daher bezogen auf dieses A/V Verhältnis die maximal zulässige Energiekennzahl vor. Die Verwendung nachhaltiger Baustoffe – d.h. kurze Transport-wege, leicht recycelbar und ressourcen- schonend sowie baubiologisch unbedenklich – rückt immer stärker in den Mittelpunkt. Auch bei der sogenannten „grauen Energie“, also dem Energieaufwand von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Transport bis hin zur Montage am Bau, punkten diese Baumaterialien. Ein ökologisch gebautes Haus muss jedoch nicht zwangs- läufig auch regional oder überregional als ökologisch gelten. Werden die Kosten für die Mobilität beispiels- weise zum Arbeitsplatz und die Kosten für die Errichtung von Straßen und Infrastruktur mit in die Überlegungen aufgenommen, kann mit der Wahl des Grundstückes – wenn möglich eben nicht an der Peripherie eines Ortes – die CO2 Bilanz deutlich verbessert werden. Wie modern oder zukunftsweisend soll die Gestaltung sein? Im Regelfall gibt es keinen Zwang einen durchgängigen Baustil einzuhalten. Individualität besitzt in unserer Ge- sellschaft einen hohen Stellenwert – trotzdem sollte die bauliche Definition von Persönlichkeiten nicht in Selbst- darstellung ausarten. Insbesondere in sensiblen Landschafts- und Ortsgefügen ist es erstrebenswert, eine zeitgemäße Architektur zu schaffen, an der eine gestalterische Entwicklung ablesbar ist. Altbewährtes überdenken und neu interpretieren könnte sollte bei einer Planung stets die Devise sein. So manche Entwicklungen in Bezug auf Technik und Wissenschaft sind nicht vorhersehbar. Welche Baustoffe oder haustechnische Anlagen wird es zukünftig geben? Ablesbare Tendenzen können in die Überlegungen zum Eigenheim einfließen; etwas näherliegend ist aber der Blick in die eigene Zukunft. Wie sieht das Familienbild in 10 bis 20 Jahren aus? Welchen Raumbedarf gibt es dann und wie mobil werde ich im Alter sein? Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie sich sein Leben entwickeln wird, welche Überraschungen es bereit hält, in welchen Lebensumständen man sich in einigen Jahren wiederfindet. Ein Wandel des Lebensstils wird aber in jedem Fall stattfinden. Trotzdem wird vielfach so geplant, als würde der Istzustand auch in vielen Jahren noch Gültigkeit haben. Viel zu selten wird Wert auf flexible Grundrisse und anpassbare Räume gelegt. Adaptierungen sind mit relativ geringem Aufwand möglich, wenn schon während der Planung und Ausführung mögliche Veränderungen der Lebensumstände von späteren Bewohnern berück- sichtigt werden. Im nächsten Artikel finden Sie daher eine Auflistung der wichtigsten Punkte zum Thema Barrierefreiheit und lebensgerechter Planung. 50 NEUBAU

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