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| Wunderwelt Hintaus |
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„Dazwischen Paradies“ „Hintaus“ waren die Sommer meiner Kindheit. Ein
riesiges Kleefeld zwischen den beiden Wohnsitzen der Kusinen meiner
Mutter. „Vorne“ das alte Bauernhaus, „Hinten“ das neue Haus. Dazwischen
Paradies. Kriecherlsträucher, die kleine Höhlen bildeten.
Eine „Gugahütte“ – eine große, luftige Hütte aus
dünnen Holzpfosten zum Trocknen von Kukuruz. Mit Weingartenstecken
konnte man Treppen und Geschoße bauen, indem man sie zwischen die
Latten der Trennwände steckte. Erdäpfelsäcke waren die
Türen, dazwischen fühlten wir uns wie Indianer; Winnteou und
Nschotschi auf dem Lande. Der unter der Hütte liegende
Erdäpfelkeller verströmte kühl-erdigen Geruch. Die
Hühner pickten im Klee rund um die Hütte und bescherten uns
manch unliebsame Überraschung beim Spielen in der Sandkiste. Das
Laub der alten Nuss- und Obstbäume spielte im Wind, zur Reifezeit
trommelte so manche Frucht auf das Dach. Das waren Sommer der Fülle und der Freude, jedes Mal starb etwas in mir, wenn wir im Herbst in die Großstadt zurückkehrten. Die Träume meiner Kindheit handelten von den Erlebnissen in diesem Hintaus, im Herbst hallte in ihnen der Sommer nach, im Winter erfüllte sie Sehnsucht und im Frühling Vorfreude. Das Schöne daran ist, dass es dieses Hintaus immer noch gibt – trotz aller Bestrebungen, diesen Freiraum als Bauland zu gewinnen, haben es die Kusinen meiner Mutter erhalten können. Gepflegter vielleicht, stets gemäht, mit neuen Obstbäumen bestückt, mit einem kleinen Gemüsegarten an der Stadlmauer, wo die Paradeiser besonders gut gedeihen. Und doch immer noch Paradies. Gudrun Brückl, 2500 Baden |
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