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Platt – mit Aussicht in gleich zwei Täler
Das kleine Platt, südlich von
Retz, ist einer der besonders
beeindruckenden Orte unter
den vielen entdeckenswerten,
die ich bisher für meine Serie "scheinbar unscheinbar" erkunden durfte.
Warum? Wahrscheinlich
deswegen, weil man keine
fünf Meter zurücklegen
kann, ohne dass einem ein
tolles Detail ins Auge sticht.
Oder vielleicht auch wegen
der vielfältigen Höhenschichtung,
die einen den Ort
einmal von oben und gleich
darauf wieder von unten
erleben lässt.
Oder vielleicht
auch wegen der Aussicht, die
die Kellergasse gleich in zwei
Täler (auch eine Seltenheit in
NÖ!) bietet: Schweift mein
Blick über das Pulkautal,
oder schaue ich doch lieber
ins Schmidatal?
Kurioses bzw. Witziges gibt
es auch eine Menge: Einige
Gassen haben interessante
Namen, wie "Hundsturm",
oder "Holzbrunnweg"; der
Sportplatz befindet sich in
einer Grube, um die die Kellergasse
einen Haken schlägt.
Auch ein Rätsel in Form unerklärlicher
Zeichen weckt
mein Interesse und unwillkürlich
versuche ich es zu
lösen, bis ich schließlich auf
einen "Steinzeitkeller" treffe – aber was das ist und wieso
plötzlich allerhand zahmes
Getier auftaucht, überlasse
ich lieber Ihrem eigenen
Entdecken.
Die Faszination, die das Dorf
Platt in seiner natürlichen
Art ausübt, ist schwer zu
beschreiben, man muss das
schon selbst erlebt haben.
Platt ist einfach authentisch
und versucht nicht, künstlich "schön" zu sein.
Übrigens: Wer sich für Geschichte
interessiert, findet
am Sandberg eine Keltensiedlung.
Die habe ich allerdings
nicht mehr geschafft – der
Heurige Kraus auf dem Weg
dorthin (natürlich ständig
bergauf), lockte zu sehr . . .
Fotos + Text: Kati Martinek |