Teil 2: Das richtige Grundstück
und seine Ausrichtung zur Sonne

 

Der Garten
als Wohnraum

Der Garten als WohnraumUnsere neue Broschüre über Gartengestaltung zeigt, wie man Haus und Garten gemeinsam plant und gestaltet und welche Elemente wichtig sind, um Räume im Garten zu schaffen. Es geht dabei nicht um Pflanzanleitungen, sondern rein um gestalterische Gesichtspunkte.

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Ein Service von „NÖ gestalten“
im Amt der NÖ Landesregierung.

 

Die richtige Vorgehensweise
VOR Grundstückskauf
und Planung

Folgende Punkte sollten Sie vorweg unbedingt klären:

1. Was sagt der Flächenwidmungsplan? 2. Gibt es für das betreffende Grundstück einen Bebauungsplan oder nicht? Was schreibt der Bebauungsplan vor bzw. wie darf ich bauen, wenn es keinen gibt?
3. Ist eine vernünftige Orientierung meines Hauses zur Sonne überhaupt möglich?
4. Kann die Sonne auch im Winter ungehindert mein Haus bescheinen?
5. Wie sieht es mit vorhandenen oder künftigen Störfaktoren in der Nähe aus (z. B. Verkehrslärm, Industriegebiete , Starkstromleitungen etc.)?
6. Was sagt das Grundbuch über Belastungen und Servitute?

Nähere Informationen dazu bei der NÖ Gestaltungsakademie: 02742/9005–15656
oder in unserem Baurechts-Skriptum

 


Das Grundstück ist im wahrsten Sinne des Wortes die Basis für das zukünftige Haus. Haus und Garten sind veränderbar, die Lage und die Qualität des Grundstückes nicht. Investieren Sie viel Zeit und Energie vor allem in die Wahl des richtigen Grundstückes.

 


Die optimale Ausrichtung eines Hauses: ein Rechteck, das sich in Ost-West-Richtung erstreckt. Abweichungen von etwa 20° sind in der Praxis akzeptabel.

 

Wer ein neues Grundstück kauft, hat den großen Vorteil,
Lage und Größe nach den eigenen Vorstellungen
wählen zu können.

Optimal ist ein Grundstück dann, wenn es so liegt, dass das Haus ungefähr in Ost-West-Richtung errichtet werden kann und nach Süden mindestens 15 Meter zur eigenen Grundgrenze oder zum nächsten Haus sind. Dann wird nämlich auch im Winter die Südfassade von der Sonne beschienen.

Vor dem Grundstückskauf gilt es, eine Reihe von wesentlichen Punkten zu beachten, damit man auch sein „Traumhaus“ errichten kann. Denn nicht jedes Haus kann überall gebaut werden, weil beispielsweise Bestimmungen eines Bebauungsplanes Ihren Vorstellungen widersprechen.

Wenn Sie an einem Grundstück interessiert sind, sollten Sie unbedingt aufs Gemeindeamt gehen. Dort liegen Flächenwidmungsplan und Bebauungsplan auf (falls einer verordnet ist; nur für 50% des Baulandes in NÖ ist ein Bebauungsplan verordnet). Was Verkäufer oder Makler sagen, ist vielleicht nur ein Teil der Wahrheit. Auch das Grundbuch gibt hinsichtlich Bebaubarkeit keine Auskunft. Selbst wenn dort „Baufläche“ stünde, könnte es sich laut Flächenwidmungsplan um Grünland handeln.

Sie haben Ihr Traumgrundstück gefunden
Angenommen, Sie haben endlich Ihr Traumgrundstück für das Traumhaus gefunden. Nehmen wir weiter an, Sie haben auch schon einen Planer für Ihr Haus gefunden (Wir wissen ja: Der Planer kostet zwar etwas, im Endeffekt bringt er aber nicht nur sein Honorar durch kostengünstigeres Bauen wieder herein, sondern er verhilft Ihnen auch zu mehr Wohnqualität). Dann liegt es an Ihnen, Ihre grundlegenden Anforderungen und Wünsche an den Garten zu formulieren.

Als erster Schritt empfiehlt sich eine Liste, in der Sie alle Funktionen eintragen, die Sie sich im Garten wünschen. Und ein paar gute Gartenbücher sollten Sie auch noch lesen, weil jedes Buch zahlreiche Ideen bringt (oder Sie auch vor Irrwegen bewahrt).
Mit dieser Liste und einigen zusätzlichen Ideen bewaffnet setzen Sie sich mit Ihrem Planer zusammen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das einen Einfluss auf die Planung des Hauses haben (oder umgekehrt das Haus die Gartengestaltung beeinflussen).

Das „Siedlungshaus“ und bessere Möglichkeiten
Wer immer die Möglichkeit hat, sollte ein Grundstück in einer Dorfzeile allen anderen Lagen vorziehen. Der Hofbereich gibt Intimität und ist wohl die attraktivste Gartenform. Und sehr oft gibt es im Anschluss an den Hofbereich den ehemaligen Obstgarten, der Platz bietet für Gemüse, Kräuter, Spielbereiche etc.
Das Einfamilienhaus mitten am Grundstück ist sicherlich die schlechteste Wahl hinsichtlich der Gestaltung eines Garten„raumes“. Trotz aller Nachteile werden heute jedoch noch immer Häuser in Siedlungen auf die grüne Wiese gestellt, die im 3-Meter-Abstand zur Grundgrenze wie Schwammerl aus dem Boden wachsen.

Wer die Chance hat, ein Grundstück in einer alten Dorfzeile zu erwerben , sollte unbedingt zugreifen. Denn der Charme eines Innenhofes ist durch nichts zu übertreffen. Vielleicht finden Sie aber auch eine „sonnenoptimierte“ Parzellierung in einer neuen Siedlung.

 

Wichtig ist der freie Raum im Süden, damit auch im Winter die Sonne das Haus bescheinen kann. Wer die falsche Parzelle wählt, verbringt den ganzen Winter lang ein Schattendasein.

(Grafiken: Klaus Pitter)

 

 

 

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