Passivhaus: Wohnen mit der Sonne

 

Überlegungen zum Passivhaus von
DI Peter Schackl

 

Passivhaus Darf ein Passivhaus bewohnbar sein?
10 Denkfehler zum Thema (Passiv-) Hausbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DI Peter Schackl ist Besitzer und gleichzeitig Planer dieses Passivhauses in Piesting (Bezirk Wr. Neustadt).

Lesen Sie hier seine Gedanken zu diesem Objekt und seine Überlegungen zum Thema Passivhaus.

 

Idee
Sonne, Licht, offene Räume, fließende Übergänge von innen nach außen.

Bauform
Zueinander (auch höhenmäßig) versetzte, in sich kompakte Baukörper (Flachdach).

Bauweise
Mischbauweise. Ziegelbauweise und Holzriegel-, tw. Holzmassivbauweise.

Heizsystem
Kontrollierte Wohnraumlüftung für Heizung und Warmwasser. Pelletsofen im Wohnraum, automatisch gesteuert (von der Lüftungsanlage).

Strahlungswärme
In den ersten 2 Jahren waren in den Kinderzimmern EHeizkörper (Baufeuchte) installiert, wurden mittlerweile aber wieder abmontiert.

Lüftung 01
Das Haus wird rund ums Jahr uneingeschränkt genutzt.

Lüftung 02
Wenn Gäste fragen, ob man Zugerscheinungen spürt, wenn die Anlage läuft, ist meine Antwort: "Die Anlage läuft!" Kosten Die Mehrkosten zum Erreichen der Passivhaus-Qualität betrugen weniger als 5 %.

Energiekennzahl
Der mathematische Wert der Energiekennzahl ist 13,7 kWh/m²a, wird aber aufgrund der speziellen Situation wesentlich positiv beeinflusst (Südhang, "Erdwärme": das Gebäude steckt halb im Erdreich, Windschutz, Überhitzungsschutz durch Laubbaumbepflanzung Richtung Westen), . . .

DI Peter Schackl
Architekt, 2753 Markt Piesting

 

Seitenanfang

 


Darf ein Passivhaus bewohnbar sein? 10 Denkfehler zum Thema (Passiv-) Hausbau


1. Technik-Dogma:

Ein PASSIV-Haus kann man nicht planen, es muss sich entwickeln. Im Vordergrund stehen immer noch die Wünsche und Emotionen des Nutzers. Sonne, Licht, offene Räume, warm im Winter, kühl im Sommer, intelligente Haustechnik (dazu zählt auch, nicht ans Stoßlüften denken zu müssen) … und … schon hat man fast ein Passivhaus.

Passivhaus 2. Bauform:

"Ein PASSIV-Haus muss eine Schuhschachtel sein!" Muss nicht, allerdings machen kompakte Baukörper (durchaus auch in Kombination) schon Sinn. Das bezieht auch die Dachform mit ein, wobei Gaupen und Erker eher vermieden werden sollten.

Passivhaus 3. Bauweise:

Holzbau? Ein PASSIV-Haus muss kein Holzbau sein! Mischbauweise ist im Sinne der Wärmespeicherung sinnvoll (Leichtbauweise und Massivbauweise), wobei hier auch Massiv- Holzbauweise zum Einsatz kommen kann.

Passivhaus 4. Heizsystem:

"Im PASSIV-Haus gibt es keine Heizung!" Falsch. Die Definition "Passivhaus" bezieht sich nur auf die Qualität der Gebäudehülle, d. h. man kann jedes beliebige Heizsystem einbauen! Es genügt allerdings eine kontrollierte Wohnraumlüftung und je nach Energiekennzahl ev. eine kleine Zusatz-Energiequelle (Pelletsofen, Kaminofen, . . . )

Passivhaus 5. Strahlungswärme:

"Im PASSIV-Haus fehlt mir die Strahlungswärme!" Das stimmt zum Teil, allerdings sind die Oberflächentemperaturen der Innenräume (inkl. Fensterscheiben) wesentlich höher als bei alten Gebäuden, außerdem gibt es mittlerweile einige Passivhaus- Heizsysteme, die mit kleineren Fußbodenheizungen ausgestattet sind.

Passivhaus 6. Lüftung 01:

"Im PASSIV-Haus darf man nie die Fenster öffnen!" Man darf jederzeit die Fenster öffnen (soll man sogar im Sommer), muss aber nicht, v. a. im Winter, da ständig frische – vorgewärmte – Luft eingebracht wird. Allein dadurch wird der gesamte Energiebedarf eines Gebäudes (egal ob Passivhaus oder nicht) um ca. 50 % (!) reduziert.

Passivhaus 7. Lüftung 02:

"Ich mag keine Klimaanlage!" Die Lüftung im Passivhaus ist keine Klimaanlage, sondern eine kontrollierte Raumlüftung, die sehr dosiert und ohne jegliche Zugerscheinungen Frischluft in die Räume einbringt bzw. verbrauchte Luft absaugt.

Passivhaus 8. Kosten:

"Ein PASSIV-Haus ist viel zu teuer!" Passivhaus-Qualität kostet, rechnet sich aber nach max. 5–10 Jahren, vor allem durch hohe Förderungen und niedrigste Energiekosten.

Passivhaus 9. Energiekennzahl:

Ein PASSIV-Haus wird durch sehr viele externe, auch lokale oder besondere klimatische Parameter beeinflusst, die nicht immer exakt mathematisch erfassbar sind. Ganzheitliche Betrachtungsweise macht also (auch hier) Sinn.

Passivhaus 10. Feng Shui:

Feng Shui ist nichts anderes als anders formulierte Selbstverständlichkeiten, hat einmal jemand gesagt. Ein Passivhaus, könnte man somit sagen, ist Wohnen mit Wünschen und Emotionen, basierend auf technischen Selbstverständlichkeiten.

DI Peter Schackl
Architekt, 2753 Markt Piesting

 

Seitenanfang

 

Passiv-Haus Markt Piesting

Passiv-Haus Markt Piesting

Passiv-Haus Markt Piesting

Passiv-Haus Markt Piesting

Passiv-Haus Markt Piesting

Passiv-Haus Markt Piesting

Passivhaus in Markt Piesting

Fotos: DI Peter Schackl