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| (Siedlung, Teil 4) Gedanken zur Siedlung mit Zukunft |
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Ein geschützter Privatbereich im Garten, der die Bewohner gegen Blicke und Lärm abschirmt, bedeutet für viele von uns Gestaltung mit Qualität. Würden wir schon bei der Grundstückswahl und vor allem bei der Planung unserer Häuser an die Gestaltung unserer Gartenbereiche denken, wäre eine hofähnliche Situation viel häufiger bei uns zu finden als dies derzeit der Fall ist. In mehreren unserer Broschüren NÖ gestalten und zuletzt auch in der Ausgabe 102 haben wir die Idee der geschützten privaten Freiräume präsentiert. Da durch derartige Gestaltungsprinzipien auch sehr attraktive Straßenräume entstehen, die uns von den gewachsenen Dorfzeilen bekannt sind, haben wir dies als Vorbild für künftige Siedlungsgestaltungen erwähnt. Die Reaktionen darauf waren heftig; einige der Leserzuschriften stellen wir Ihnen hier vor. Ich bitte Sie, sich auch weiterhin rege an der Diskussion und an dem damit verbundenen Umdenkprozess zu beteiligen. Ihre Zuschriften richten
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Häuser mit Wohnqualität der einzige Weg dort hin führt einerseit über eine gute Planung, andererseits über die Einbindung in eine Siedlungsgestaltung.
Ich bin seit 20 Jahren mit
meiner Frau und vier Kindern Besitzer eines Einfamilienhauses mit Keller,
Garage, Garten mit einer Hecke zum Nachbarn - wir fühlen uns im Haus
sehr wohl durch gute Dämmung, Raumaufteilung etc. Doch mein Elternhaus
mit Hof, Nebengebäude und Stadl vermisse ich von Anfang an. Der Grund
dafür: DI Obleser spricht mir aus der Seele! Inzwischen habe ich mein
Elternhaus innen hergerichtet und mein ältester Sohn wird mit seiner
Familie einziehen, sparen, und hoffentlich auf die Idee kommen, es grundlegend
zu sanieren.
Dass zwischen Theorie und
Praxis Lichtjahre liegen können, zeigte sich mir kürzlich bei einer
Exkursion zu Passivhäusern im Raum St. Pölten, im Konkreten in Ratzersdorf,
nahe des Freizeitzentrums. So sehr ich Ihre theoretischen städtebaulichen
Erkenntnisse zur geschlossenen Straßenraumgestaltung und verdichteten
Bebauung in NÖ gestalten schätze, so spurlos dürfte Ihre
mahnende Broschüre bei all den Einfamilienhaus-Besitzern und den zuständigen
Gemeindevertretern vorübergegangen bzw. unbekannt sein. Die Entwicklung
der Passivhäuser ist ja als positiv zu bewerten, auch wenn diese Technik
noch vorwiegend im Einfamilienhausbau und weit weniger im verdichteten
Flachbau seine Anwendung findet. Dem energetischen Gedanken für niedrige
Folgekosten dieser Häuser steht allerdings das absolut verschwenderische
Erschließungskonzept (Frei- und Verkehrsflächenanteil) entgegen. Allein
die Ausrichtung der Gebäude nach Süden stellt noch kein Bebauungskonzept
dar. Das freistehende Einfamilien-Passivhaus ist nur ein erster Schritt
in Richtung nachhaltige, ökologische Baukultur. Die Suche nach architektonisch
herausragenden Bauten entwickelte sich wie die Suche nach der Stecknadel
im Heuhaufen. Leider handelt es sich bei dieser Neubau-Siedlung um ein
negatives Vorzeigebeispiel für die Vortragsreihen von Herrn DI Obleser.
Da bleibt (leider) noch viel Aufklärungsarbeit von NÖ gestalten
für die Gemeindeväter zu tun, denn nicht die einzelnen Einfamilienhaus-Besitzer,
sondern die Gemeinde hat entgegen den Anregungen der Vordenker von NÖ
gestalten die Chance vertan, bauökologisch zu handeln und einen
gewaltigen Schritt zurück gemacht. Also machen Sie mit Ihren Bemühungen
und Vorschlägen für ein nachhaltiges Bauen so weiter, denn steter
Tropfen höhlt den Stein. Anm. d. Red: Danke für Ihre Gedanken. Worum es uns geht: Wir wollen, dass alle Bauschaffenden in unserem Land ein Optimum an Wohn- und Lebensqualität erhalten. Und dafür eignet sich unser Siedlungskonzept nach unserer Meinung in jedem Fall; unter anderem auch deshalb, weil es jeden beliebigen Typ an Haus zulässt und trotzdem das Wichtigste nicht aus den Augen verliert: einen geschlossenen Straßen- sowie privaten Grünraum, der unabdingbare Grundlage für jede Siedlungsgestaltung mit hoher Qualität ist (egal, ob Passivhaus oder Haus mit hohen Energiekosten).
Leider sind wir auch Betroffene
der offenen Bauweise (1973 gebautes Haus). Jetzt ist die Straße vor
unserem Haus die Zubringerstraße zur Autobahn (war nicht abzusehen).
Es wäre ein Segen, wenn der Verkehrslärm durch geschlossene Bebauung
gemildert würde. Leider ist das bei uns nicht der Fall.
Mit großem Interesse las
ich den Leitartikel der Ausgabe Nr. 102 vom November, betreffend Dorfzeile,
da auch ich westseitig ein Stück 3-Meter-Grün zum Grundstücksnachbarn
nur zum Rasen mähen besitze. Leider muss ich feststellen, dass gerade
die Niederösterreichische Bauordnung ein Bauvorhaben auf der Grundstücksgrenze
(mindestens 3 m Abstand vom Nachbarn) jahrzehntelang verhindert hat
bzw. noch immer verhindert. Ich glaube, dass es in erster Linie am Gesetzgeber
liegt, eine durchgehende Dorfzeile vorzugeben bzw. möglich zu machen.
Zusätzlich sollte vor allem die Baubehörde jeder Gemeinde auf die Vorteile
einer Dorfzeile wie z. B. Wind- und Straßenlärmschutz, kleinere
Bauparzellen - billigere Infrastuktur (Strom, Wasser, Straße, Kanal,
Telefon, Gas . . .) aufmerksam gemacht werden. Vielleicht könnte man
auch Bauwerber zu einem Seminar verpflichten, wo auch auf die Ausrichtung
und Lage der Bebauung einer Parzelle hingewiesen wird. Weiters frage
ich mich, ob neue Dorfzeilen wirklich nur auf Computersimulation
in unserem Land existieren, und man nicht von bereits bestehenden Siedlungen
Bilder bzw. Pläne vorstellen könnte. Anm. d. Red.: Den von
Ihnen erwähnten 3-Meter-Abstand zur Grundstücksgrenze gibt es in Niederösterreich
nicht generell. Das ist nur dort der Fall, wo Bebauungspläne verordnet
sind und selbst dort muss es nicht so sein. Mit anderen Worten: bei
mehr als 50% unserer Grundstücke gibt es diese dezidierte 3-Meter-Regel
nicht. Die von Ihnen angesprochene Dorfzeile ist unter gewissen
Voraussetzungen problemlos machbar und gesetzlich möglich. |
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