(Siedlung, Teil 5)
Beiträge zur Siedlung mit Zukunft

 

DI Peter Obleser ist Leiter der NÖ Gestaltungsakademie.
Info unter 02742/9005-15656.
peter.obleser@noel.gv.at

 

Wie schwer es oft ist, sich von überkommenen Gewohnheiten, von alten Denkmodellen zu befreien, zeigen mir zahlreiche Gespräche, die meine Mitarbeiter und ich im Rahmen unserer Bauberatungen führen. All zu willig übernehmen wir Vorgegebenes und scheinbar Bewährtes, ohne es zu hinterfragen. Eine Studie, die den Informationsfluss bei Hausbauenden analysiert, kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: 90 Prozent des Wissens erhält der Bauherr von anderen Hausbauern. Dass damit unter Umständen Fehler auf direktem Weg weiter gegeben werden und weitläufig Verbreitung finden, liegt auf der Hand.
Manchmal scheint es so, als wollten wir bei der für die meisten Menschen größten Investition ihres Lebens am meisten dadurch sparen, dass wir keinen Euro für professionelle Vorbereitung und Beratung ausgeben wollen. Dass uns einige wenige Prozent der Gesamtbaukosten für das Planerhonorar eventuell viele Euro sparen und zusätzliche Qualität bringen, scheint noch immer ein Geheimtipp zu sein.
Aber das wollen wir ändern, indem wir hier Bauformen und Siedlungsstrukturen aufzeigen, die mehr Qualität besitzen.

Ihre Zuschriften richten
Sie bitte an:

NÖ gestalten, Landhausplatz 1/13,
3109 St. Pölten
oder: mail@noe-gestalten.at

 

 

 

Wer einen intimen Garten- oder Hofbereich schafft, schafft damit automatisch auch einen interessanten Straßenraum. Lesen Sie nachfolgend
drei Meinungen . . .

 

Wir haben in einer Siedlung gebaut, die aus einer geschlossenen Häuserfront besteht. Die Häuser wurden in L-Form gebaut und die Verlängerung des L ist eine Mauer, die bis zur hinteren Grundstücksgrenze geht. Die Querseite des Grundstückes haben wir mit einem Holzzaun geschlossen und somit einen geschützten Gartenbereich geschaffen, der vor neugierigen Blicken schützt und eine Oase der Erholung bietet (ohne dass der Nachbar weiß, was es zu essen gibt). Wir würden jederzeit wieder so bauen und können es nur weiter empfehlen.
Regina Stowasser,
2054 Haugsdorf.

Haugsdorf_Siedlung mit Zukunft Siedlung mit Zukunft  
     
Siedlung mit Zukunft Siedlung mit Zukunft  
„Siedlung mit Zukunft“ in Haugsdorf (Bezirk Hollabrunn)  

 

Ermutigt durch die Aufforderung zu einer Stellungnahme zum Thema „Siedlung mit Zukunft“ möchte ich meine Erfahrung äußern. Durch die Feriensommer meiner Kindheit im alten Haus einer Großtante im unteren Kamptal, von wo ein Teil meiner Vorfahren stammt, wurde meine Vorliebe für ein altes Bauernhaus geprägt. Seit meiner Pensionierung wurde die Erforschung dieser seit Jahrhunderten Sesshaften ein mein Leben bereicherndes Hobby.
Bereits in den 60er Jahren kaufte ich mit meinem wenigen ersparten Geld ein kleines Häuschen im Weinviertel. Kommentar im Dorf: „Dös alte Kram kauft no wer“. Die Möglichkeit, ein geschlossenes Refugium schaffen zu können, und die geräumige Veranda – nun Wohn- und Essbereich – haben mich zum Kauf bewegt. In all den Jahren habe ich es nicht bereut, in diesem kleinen Reich einen Teil meines Lebens zu verbringen.
Prof. Alfred Tuschak,
1030 Wien.

 
Lebensqualität mit einem Innenhof  

 

Als eifriger Leser Ihrer Broschüre freut mich Ihr Engagement für geschlossene Bebauung.
Als Besitzer zweier (bzw. eines großen) Grundstücke in Wollmannsberg, mitten im Ortszentrum in windstiller, ruhiger Lage mit Altbaumbestand, altem Weinkeller mit Presshaus, geschlossener Bebauung mit der Möglichkeit eines uneingesehenen Innenhofes bzw. -gartens, ist es mir seit Jahren nicht möglich, diese Grundstücke zu verkaufen, obwohl sie günstiger sind als die Grundstücke am Ortsrand.
Die Neubausiedlung am Ortsrand, in ungeschützter Lage, sehr windig, wurde im Rekordtempo mit freistehenden Einfamilienhäusern bebaut, die Nachbarn können problemlos von Terrasse zu Terrasse bei den Familiengesprächen mitreden, die Schirme werden regelmäßig verweht, etc.. Und all das, obwohl dort die Grundstückspreise höher sind.
Wie man selbst erlebt, grau ist alle Theorie! Die Häuselbauer bevorzugen Massensiedlungen mit direktem Nachbarkontakt. Soviel zu meinen Erfahrungen mit ökonomischer Bebauung.
Dr. Anton Valsky,
2000 Stockerau