(Siedlung, Teil 6)
Neue und alte Innenhöfe . . .

 

DI Peter Obleser ist Leiter der NÖ Gestaltungsakademie.
Info unter 02742/9005-15656.
peter.obleser@noel.gv.at

 

Zwei Punkte sind die Grundlage einer Siedlung, die ein hohes Maß an Wohnqualität bieten soll: einerseits die Möglichkeit, Räume zu definieren und zu gestalten, also öffentliche Flächen (Straße, Gehsteig etc.) vom Privatbereich durch bauliche Maßnahmen zu trennen. Und andererseits die Möglichkeit, die Häuser so zur Sonne auszurichten, dass sie im Winter einen sonnendurchfluteten Lebensraum bieten. Beide Punkte sind leicht zu erfüllen, wenn alle Beteiligten am gleichen Strang ziehen:
Die Grundkäufer müssen sich darüber im Klaren sein, dass ein Haus jederzeit umgebaut und verändert werden kann, während das Grundstück und seine Umgebung eine in jeder Hinsicht unveränderbare Größe darstellen; hier Kompromisse punkto Qualität einzugehen, ist der absolut schlechteste Weg.
Und Gemeinden können durch kluge Festlegungen der Verkehrsflächen im Flächenwidmungsplan und behutsame Vorgaben dafür sorgen, dass an Stelle einer anonymen Siedlung eine Ortserweiterung mit Wohnqualität entsteht.

Ihre Zuschriften richten
Sie bitte an:

NÖ gestalten, Landhausplatz 1/13,
3109 St. Pölten
oder: mail@noe-gestalten.at

 

 

 

Privatsphäre genießen, damit man umso bewusster miteinander kommunizieren kann – nämlich dann, wenn man es selbst möchte, und nicht dann, wenn der Nachbar Lust hat, die Anzahl der Zuckerwürfel zu zählen, die man zum Kaffee nimmt. Ein Grundsatz, der heute mehr denn je gilt.

Wie man Privatsphäre schafft, können wir an unseren alten Straßendörfern ablesen. In Ausgabe 104 unserer Broschüre „NÖ gestalten" (siehe auch Siedlung, Teil 5) haben wir eine Zuschrift veröffentlicht, die ein enormes Echo bei unseren Lesern ausgelöst hat: Eine neue Siedlung in Auggenthal (Gemeinde Haugsdorf) hat diese alten Strukturen aufgegriffen und zur Zufriedenheit der Bewohner umgesetzt.
Die Grundlage der Siedlung ist ein Gestaltungskonzept, das von der Gemeinde erarbeitet und in Form eines bewusst einfachen Bebauungsplanes verordnet wurde. Das Herzstück dieses Konzeptes: Die Front zur Straße muss geschlossen werden (durch das Haus bzw. durch eine entsprechende Mauer) und die Grundstücke sind durch Mauern bzw. hohe und blickdichte Zäune von einander zu trennen.

Jeder Typ Haus hat in einer Siedlung dieser Art Platz, vom Fertigteilhaus bis hin zum maßgeschneiderten Architektenhaus. Die geschlossen wirkende Straßenfront schafft klar definierte Räume, wie wir sie von alten Dorfzeilen her kennen.

Was die Größe der Grundstücke betrifft, müssen Gemeinden die regionalen Unterschiede berücksichtigen: Bei billigem Bauland sind kleine Grundstücke nur schwer zu verkaufen, während man in hochpreisigen Lagen schon mit vier- oder fünfhundert Quadratmetern das Auslangen finden wird.

Kostenlose Beratung für Gemeinden
Gemeinden können sich von „NÖ gestalten“ kostenlos beraten lassen, wenn sie nicht nur auf günstige Aufschließungskosten sondern auch auf eine „Siedlung mit Zukunft“ Wert legen. Info: 02742/9005–15656.

 
     
 
Viel Privatsphäre bietet diese Siedlung in der
Gemeinde Haugsdorf.
 
   
 
Haugsdorfs Bürgermeister Josef Öller und seine Gattin
Dr. Helga Öller wissen die Vorteile des geschlossenen Innenhofs ihres eigenen Hauses, das sich im
gewachsenen Ortszentrum befindet, zu schätzen.