(Siedlung, Teil 7)
Grundlage für eine lebenswerte Siedlung

 

DI Peter Obleser
(ehemaliger Leiter der NÖ Gestaltungsakademie).
Info unter 02742/9005-15656.

 

Man kann es gar nicht oft genug betonen: wenn eine Gemeinde eine Siedlung schaffen will, die Lebensqualität bietet, dann müssen bereits die Grundlagen stimmen. Die richtige Parzellierung und einige wenige (aber umso wichtigere) Vorgaben sind die Voraussetzung.
Hat man in den 80er Jahren noch geglaubt, Gestaltungsqualität dadurch zu erreichen, dass man eine Menge Details (vom Zaunsockel bis zu den Fenstersprossen) regelt, so hat man heute längst erkannt, dass das Wichtigste die richtige Anordnung von Straßen und Plätzen sowie die Südorientierung der einzelnen Grundstücke in Verbindung mit einer „geschlossenen“ Bebauung ist.
Es freut mich, dass die Gemeindeverantwortlichen von Geras den richtigen Weg gewählt haben und dafür mit einer „Siedlung mit Zukunft“ belohnt werden.

Ihre Zuschriften richten
Sie bitte an:

NÖ gestalten, Landhausplatz 1/13,
3109 St. Pölten
oder: mail@noe-gestalten.at

 

 

 

Wie eine Gemeinde die richtige Grundlage für eine lebenswerte Siedlung schafft, zeigt dieses Beispiel, bei dem eine Ortserweiterung durch einen Wettbewerb geplant wurde.

Die Stadtgemeinde Geras im Waldviertel hatte den Plan, ein Grundstück zu parzellieren, um dort eine neue Siedlung entstehen zu lassen. Auf Empfehlung von „NÖ gestalten“ wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, zu dem vier Raumplaner geladen wurden. Als Berater für die Gemeinde wurde Architekt Zeitlhuber (Herzogenburg) engagiert, der sich um die Formalitäten kümmerte. Aufgabe war, eine Grundlage für eine Parzellierung zu schaffen, die den Konzepten von „NÖ gestalten“ für gleichwertig gute Grundstücke entspricht. Ziel sollte eine Siedlungsstruktur sein, die einerseits eine Einfamilienhausbebauung zulässt, andererseits durch geschickte Anordnung von Garage und anderen Nebengebäuden oder Mauern eine Bildung von geschlossenen öffentlichen Räumen (Dorfstraße) ermöglicht und darüber hinaus eine optimale Grundstücksnutzung gewährleistet.

 

Auszug aus den Anforderungen für die Entwürfe

Die Erschließungsstraße ist annähernd in Ost-West-Richtung anzuordnen.
Die Grundstücke sind nicht im rechten Winkel zur Straße anzuordnen, sondern leicht schräg.
Parzellenbreite maximal 18 Meter.
Der Siedlungsgrundriss soll so konzipiert werden, dass er ein Optimum für Niedrigenergiehäuser darstellt.


Mit diesem Entwurf gewann DI Dr. Herbert Schedlmayer
(3382 Loosdorf) den Wettbewerb.

 

„Eine Empfehlung an jeden Bürgermeister-Kollegen“

Der Geraser Bürgermeister Johann Glück ist von Durchführung und Ergebnis des Wettbewerbes begeistert: „Ich kann eine derartige Vorgangsweise jedem Bürgermeister-Kollegen nur wärmstens empfehlen. Für relativ geringe Mehrkosten erhält man ein breites Spektrum an Ideen und kann daraus jene wählen, die am besten zum Ort passt!“

 

Info über Wettbewerbe und Siedlungsgestaltung

Nähere Informationen, wie eine Gemeinde einen Wettbewerb für Raumplaner oder Architekten veranstalten kann, welche Kosten, Arbeiten und Vorteile damit verbunden sind, erfahren Sie bei „NÖ gestalten“ unter der Telefonnummer 02742/9005–15656. Dort erklärt man auch, wie man lebenswerte Siedlungen schafft.