Forsthaus-Revitalisierung in Karnabrunn

Ein Forsthaus mitten im Grünen, liebevoll revitalisiert und mit modernstem Wohnkomfort ausgestattet. Historischer Altbestand wurde für die kommenden Generationen erhalten.
Weißes Haus mit grünem Fensterrahmen, kleinem Tisch und Stühlen auf einer Terrasse, umgeben von Rasen und Bäumen unter klarem, blauem Himmel.
Modernes Wohnzimmer mit grauem Sofa, Pflanzen, großem Fenster, Holzfußboden, gemustertem Teppich, Ledersessel, runden Hockern, Kachelofen und dekorativen Kissen, helle und gemütliche Atmosphäre.

EIN FORSTHAUS MITTENDRIN | Revitalisierung in Karnabrunn

Ein Forsthaus mitten im Grünen, liebevoll revitalisiert und mit modernstem Wohnkomfort ausgestattet. Bauherr Hans-Gregor Koller hat das historische Gebäude mit viel Gespür für Architektur, Qualität und Nachhaltigkeit behutsam ins 21. Jahrhundert geführt. Entstanden ist ein außergewöhnliches Zuhause, das den Charme vergangener Zeiten bewahrt hat und gleichzeitig höchsten Wohnansprüchen gerecht wird.

Ein Forsthaus zur Miete zu finden, in idyllischer Lage, dort, wo sich sprichwörtlich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, hat per se schon Seltenheitswert. Das Objekt jedoch zusätzlich geschmackvoll renoviert und nach neuestem Standard ausgestattet angeboten zu bekommen, erscheint als Wunschtraum. Doch genau diese Symbiose gelingt, wenn dem Eigentümer und Bauherrn dieses Objekt wichtig ist und er keine Mühen scheut, historischen Altbestand für die kommenden Generationen zu bewahren und zu erhalten.

Sein ehemaliges Forsthaus liegt auf einer kleinen Lichtung, idyllisch umgeben von Wald und Wiesen. Es gehört zum eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und wurde bis in die 1950er-Jahre vom Förster bewohnt. Danach diente es – nahezu unverändert – bereits als Mietimmobilie, bis Herr Koller sich vor zwei Jahren entschied, das Objekt von Grund auf zu revitalisieren, dabei aber die historische architektonische Gestaltung des Hauses beizubehalten.

Vom Boden zur Decke alles neu
Als erhaltungswertes Gebäude im Grünland musst man sich an entsprechende Vorgaben halten. Die Sichtziegel-Fassade, die den besonderen Charme des Hauses ausmacht, sollte jedenfalls erhalten bleiben. Das Haus wurde generalsaniert und die tragenden Bauteile sowie die Fensteröffnungen blieben weitestgehend erhalten. „Wir wollten den Charakter des Hauses möglichst beibehalten, aber trotzdem das Gebäude ins 21. Jahrhundert überführen. Die Sichtziegelmauern und die Tatsache, dass das Haus nicht unterkellert ist, stellte uns in Bezug auf die Innendämmung vor große Herausforderungen“, erklärt die Architektin Paula Gepp-Pfingstmann vom Büro RIGEWA Architekten. Gemeistert hat man diese unter anderem mit Holzfaserdämmplatten, die mit Rotkalk beschichtet wurden. Dieses System ist diffusionsoffen und erzeugt gleichzeitig eine heimelige Wohnatmosphäre.

Für den Bauherrn und seine Planerin standen sowohl bei der Raumaufteilung als auch bei der Ausstattung Praktikabilität und Stil im Vordergrund. „Langlebigkeit und Nutzerfreundlichkeit und nicht das Realisieren von meinen persönlichen Vorstellungen sind wesentliche Aspekte der Planung. Und auch ökonomisch musste die Sanierung im Rahmen bleiben. Dieser Spagat ist nicht immer einfach“, meint der Bauherr. Immerhin mussten die gesamten Ver-und Entsorgungsleitungen aus der Ortschaft, die fast einen Kilometer entfernt ist, neu gelegt werden.

Ganzheitlich konzipiert
Die komplett neue Raumaufteilung folgt dem Motto „Oben wohnen, unten leben“. Da die Fenster- und Türöffnungen in Größe und Lage möglichst beibehalten werden sollten, hat man im Küchenbereich im Erdgeschoß die Decke geöffnet und mit einem großzügigen Giebelfenster die Lichtsituation optimiert. Das Wohnzimmer dominiert der alte, renovierte Kachelofen. Das Haus wirkt von außen klein und im Inneren groß, es fehlt an nichts. Es gibt Stauraum, Wirtschaftsraum, Arbeitszimmer, alles perfekt von den Architekten in Anordnung, Dimension und Ausstattung geplant.

Unweit des Hauses befindet sich ein multifunktionales Carport, das Keller und Technikraum elegant ersetzt. Die PV-Anlage ist unsichtbar in der Attika integriert und intelligent mit der Ladestation sowie der Luftwärmepumpe vernetzt. Auch optisch überzeugt das Konzept: Die Holzfassade des Carports greift die Gestaltung der Dachuntersicht des Haupthauses auf.

Wiederkehrende Keyfacts
Dieses Forsthaus ist nicht das erste Projekt, das Architektin und Bauherr gemeinsam realisiert haben. In allen Projekten wird auf Qualität und Geschmack geachtet, alles harmoniert und es gibt gewisse Schlüsselelemente in Farbe, Material und Form, die sich in jedem Projekt wiederfinden: Die Silverwood-Holzlasur im neu verschalten Dachvorsprung, das Resedagrün der Fenster (früher auch „Otto-Wagner-Grün“), die Art der Fliesen – immer kleinformatig und weiß – und der Böden – ausschließlich Landhausdielen. Bei jedem Projekt wird und wurde auf Qualität geachtet, und – so nebenbei – sind die Fenster selbstverständlich im Goldenen Schnitt geteilt.

Das Mieterpaar weiß dies alles zu schätzen und freut sich nebenbei über so manch netten abendlichen Besuch, wenn sich nämlich Rehe oder Wildschweine in der Dämmerung aus dem nahe gelegenen Wald in den Garten wagen.

Eigentümer: DI Hans-Gregor Koller
Planung: RIGEWA RIEDNER GEPP WALDHÖR Architekten ZT GmbH
Autorin: Susanne Haslinger
Fotos: Romana Fürnkranz