Umbau Koglhof in St. Corona

Wichtig beim Ausbau war, das bestehende Konzept beizubehalten: Die Gemeinschaftsbereiche – Küche, Wohn- und Esszimmer – gehören allen. Hier wird gemeinsam gekocht, gegessen, gelebt. Nach dem Dachgeschoßausbau bietet das Haus nun Platz für bis zu 18 Erwachsene und mehrere Kinder auf ca. 253 m² Wohnfläche.
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FERIENHAUS MIT WEITBLICK | Von der Frühstückspension zum Wohnhaus für drei Generationen

In St. Corona am Wechsel, eingebettet in die bewaldeten Hänge der niederösterreichischen Bergwelt, erfährt ein Ferienhaus aus den 1960er-Jahren eine bemerkenswerte Weiterentwicklung. Was einst als Frühstückspension geplant war, aber nie vollendet wurde, beherbergt heute drei Generationen einer Großfamilie unter einem Dach.

Umgeben von bewaldeten Hängen und der stillen Berglandschaft des Wechsels steht das heutige Ferienhaus einer Großfamilie, die drei Generationen unter einem Dach vereint. Umsäumt von Wald und Wiesen, stellt die Gegend einen idyllischen Rückzugsort dar – ein ruhiger Gegenpol zum Stadtleben. „Das war auch zu Kindheitstagen schon so“, erinnert sich eines der Familienmitglieder. Ein Ort voller Erinnerungen – fast alle Ferien und Wochenenden ihrer Kindheit verbrachte sie hier.

Von der Frühstückspension zum Ferienhaus
Die Geschichte des Hauses begann holprig. In den 1960er-Jahren wurde es als Frühstückspension errichtet. Ein Großteil des Gebäudes blieb jedoch im Rohbauzustand. Kurze Zeit später wurde es verkauft. Im Jahr 1984 erwarb die Familie das Haus und gestaltete es zu einem Wohnhaus um. Seitdem ist es in Familienbesitz und wächst mit den Anforderungen der Familie. Mehrere kleinere sowie größere Adaptierungen folgten im Laufe der Jahrzehnte. Bereits 1988 wurde ein Teil des Dachbodens zu Wohnraum ausgebaut, doch die niedrige Dachkonstruktion begrenzte die Nutzung. Beim jüngsten Umbau wurde das ostseitige Dach abgetragen und mit geringerer Neigung neu aufgebaut. So entstand mehr Platz für die wachsende Familie.

Wichtig beim Ausbau war, das bestehende Konzept beizubehalten: Die Gemeinschaftsbereiche – Küche, Wohn- und Esszimmer – gehören allen. Hier wird gemeinsam gekocht, gegessen, gelebt. Ergänzt werden diese durch die Schlafzimmer, die als private Rückzugsbereiche dienen. Die Raumaufteilung folgt einer klaren Logik: Die Schlafräume sind bewusst kompakt gehalten, manche kaum mehr als Schlafnischen. Dafür wurden die Gemeinschaftsräume großzügig angelegt. Nach dem Dachgeschoßausbau bietet das Haus nun Platz für bis zu 18 Erwachsene und mehrere Kinder auf ca. 253 m² Wohnfläche. Im Erdgeschoß befinden sich sechs Schlafzimmer und eine Küche, im neu ausgebauten Dachgeschoß kamen drei weitere Schlafzimmer, eine zweite Küche sowie ein Wohnzimmer hinzu. Ein besonderes Highlight ist die Sauna im Dachgeschoß – natürlich für alle zugänglich.

Auch während der Planungs- und Bauphase stand die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Alle wichtigen Entscheidungen – von der Raumaufteilung bis zur Materialwahl – wurden stets gemeinsam getroffen.

Entspannung mit Panorama
Um alle Funktionen unterzubringen, wurde das Satteldach auf der talzugewandten Seite angehoben. Das schuf die nötige Raumhöhe und machte aus den einst beengten Räumen großzügige Wohnflächen. Doch die Nordlage brachte eine Herausforderung mit sich: Der Wald wirft lange Schatten, die Sonne erreicht das Haus nur spärlich. Daher kamen großzügige Glasflächen und Dachflächenfenster zum Einsatz, die das knappe Tageslicht regelrecht ins Innere holen. Lichtdurchflutete, hohe Wohnräume prägen nun das Dachgeschoß mit Panoramablick auf die umliegende Berglandschaft. Von der Couch aus schweift der Blick in die Ferne: Schneeberg und Rax zeichnen sich am Horizont ab.

Natürliche Materialien und helle Farben schaffen eine wohnliche Atmosphäre. Der Kamin sorgt zusätzlich für behagliche Wärme. Die Wohnräume sind mit hellem Eichenparkett ausgestattet. Maßgefertigte Einbauten schaffen Stauraum und Struktur, ohne die Großzügigkeit der Räume zu mindern. Eine besondere Lösung fand sich im Essbereich: Von der Sitzbank führt eine Treppe hinauf zu einer weiteren kleinen Schlafmöglichkeit – ein „Schlafkobel“. Ursprünglich für Gäste gedacht, haben ihn längst die Kinder für sich entdeckt. Die Sauna im Dachgeschoß bietet einen weiteren Rückzugsort mit Blick auf die Berge – Entspannung mit Panorama.

Für die Familie ist das Ferienhaus weit mehr als nur ein Urlaubsdomizil. Es ist ein Ort, an dem Erinnerungen weiterleben und neue entstehen – ein Haus, das Vergangenheit und Zukunft unter einem Dach vereinte.

Eigentümer: privat
Planung: [MW] Makoschitz-Weinreich Baumeister und Ingenieure GmbH
Autorin: DI Barbara Calas-Reiberger
Fotos: Wolfgang Spekner