In meiner Jugend verbrachte ich viel Zeit in Sooß“, sagt Roland Köll, der Geschäftsführer der PHIMAR Immobiliengruppe. „Der Ort hat eine gewisse Vornehmheit, eine lange Heurigentradition und einen sehr, sehr guten Ruf.“ Auf etwa tausend Einwohnerinnen und Einwohner kommen überdurchschnittlich viele Buschenschanken pro Kopf, der Weinbau prägt Kulturlandschaft und Dorfstruktur von Sooß.
An der Hauptstraße reihen sich ein- bis zweigeschoßige Häuser mit steilen Dächern aneinander, teils gehen die schmalen Parzellen dahinter direkt in die Weinberge über. Außerdem gibt es hier eine schmucke Volksschule aus der Gründerzeit, einen Kindergarten, genug Geschäfte, die Kurstadt Baden mit Gymnasien und Handelsakademie vor der Haustür und einen Autobahnanschluss nach Wien. Ideal für all jene, die es gern etwas ruhiger und naturnäher haben.
Passgenau für den Ort
Neubauten finden sich nur wenige. Unweit der Volksschule besaß Roland Köll fünf zusammenhängende Parzellen, die gemeinsam ein etwa 40 Meter breites Grundstück ergeben, das rund 75 Meter südwärts bis zu den Weinbergen hinzieht. Auf die kleinteiligen Strukturen des Ortes reagierten die Architekten von t-hoch-n passgenau. Statt gleichgetakteter Reihenhäuser planten sie 15 unterschiedliche Wohneinheiten so auf-, neben-, über- und ineinander, dass sie zwei Häuserzeilen ergeben. Deren Tiefe variiert von Einheit zu Einheit, was eine lebendige Struktur erzeugt, die gut in den Ort passt.
Die Zufahrtsstraße in der Mitte konzipierten t-hoch-n als gemeinsamen Freiraum für alle. Mit über zehn Metern Breite wirkt sie wie ein langer Platz. An seinen Rändern schlüpfen die Carports für je zwei Autos pro Wohnung gleichermaßen im Erdgeschoß unter. So stehen sie keinem Kind im Weg, das spielen will.
Die 15 Wohnungen sind zwischen 45 m² und 130 m² groß. Zwischen ihnen führen Stiegen zu den eingeschoßigen Einheiten mit den Terrassen im ersten Stock, andere wohnen mit Eigenarten zu ebener Erde oder auf zwei Ebenen in einer Maisonette. Davon gibt es zehn, sie wirken wie kleine Häuser. „Hier ist kein einziger Grundriss gleich“, sagt Architekt Gerhard Binder stolz. Selbst die Trennwände, die aus bauphysikalischen und brandschutztechnischen Gründen nicht aus Holz sein dürfen, unterscheiden sich ein wenig.
Freier Raum für alle
Die Anlage ist ein modularer, vorgefertigter Holzbau, das ist ökologisch, präzise und verringert die Bauzeiten. Im Rahmen der Module aber wurden die einzelnen Wohneinheiten variiert. Es gibt weiß verputzte oder holzverkleidete Fassadenelemente, das betont die Plastizität der Baukörper und referiert sowohl auf die Weinrieden, als auch auf die Putzfassaden in Sooß. Außerdem schafft es verschiedene Durch- und Ausblicke. Auch die vorspringenden „Erker“ unterscheiden sich. Sie sind zwar durchwegs mit Holz gerahmt, teils jedoch als Loggien, teils als Innenräume, teils als Rahmen auf den Terrassen gestaltet.
Alexander Wittmann bewohnt mit Lebensgefährtin und den zwei Töchtern eine Maisonette, er hat sich rasch dafür entschieden und lebt sehr gern in der Anlage. Alle kommen gut miteinander aus, es ist schon Gemeinschaft entstanden. „Diese Maisonette hat mir einfach gefallen! Ich mag das Holz, obwohl ich nie nach einem Holzhaus gesucht habe.“ Es zeigt sich am Boden und der Massivholzdecke. Ihr Geruch schafft eine natürliche Atmosphäre, ihr Gewicht einen guten Schallschutz. „Es kümmert uns nicht, wenn die Kinder oben treten.“ Bis auf Vorraum und Toilette ist das Erdgeschoß eine Wohnküche. Dass sie so großzügig wirkt, ist auch der Raumhöhe von 2,65 m zu verdanken. 15 Zentimeter mehr als vorgeschrieben spürt man. Die Terrasse liegt im Westen am Garten und in der Abendsonne. Sie ist leicht in den Raum gerückt: Das schafft draußen eine witterungsgeschützte und drinnen eine beiläufig klar definierte Zone fürs Wohnen.
In der Schlafebene sind alle Zimmer um die Innentreppe mit der gemauerten Brüstung und dem breiten Holzhandlauf angeordnet. Das adelt den Flur zu einem Ort, an dem sich alle treffen und sogar zwischen den Ebenen Blickkontakt entstehen kann. „Für die Kinder ist dieser kleine Stiegenturm super“, sagt Alexander Wittmann. Der Erker ist hier als breiter Rahmen gestaltet, der sich schützend über und um das dorfplatzseitige Ende der Terrasse windet. Der Stuhl, der dort steht, beweist, dass immer wieder jemand hier sitzt und vielleicht beobachtet, was sich auf dem kleinen Anger tut.