(12) Begriffserklärungen OI3-Index Der Ökoindex 3 ist ein Maß für die ökologi- sche Qualität der Gebäudehülle und der Zwi- schendecken eines Gebäudes. Berechnet wird er durch die Anteile an der für die Herstellung benötigten nicht erneuerbaren Primärener- gie, an den Umweltauswirkungen (globalen Erwärmung) durch Treibgase und durch das Säurebildungspotenzial AP der Baustoffe. Je niedriger der OI3-Wert ist, desto weniger be- lastet das Gebäude die Umwelt. Wärmeleitfähigkeit λ(W/mK) Die Funktion eines Dämmstoffes, möglichst wenig Wärme abzuleiten, wird mit der soge- nannten Wärmeleitzahl Lambda (λ) angege- ben. Je kleiner dieser Wert ist, desto besser dämmt ein Material. Bei üblichen Dämmma- terialien liegt die Wärmeleitfähigkeit in der Regel zwischen 0,035 und 0,045 W/mK. Wärmedurchgangskoeffizient U-Wert (W/mK) Der Wärmedurchgangskoeffizient ist ein Maß für den Wärmestromdurchgang durch einen Bauteil, d.h. seinen Wärmeverlust. Er wird im Wesentlichen durch die Wärmeleit- fähigkeit λ und Stärke der verwendeten Bau- materialien berechnet. Je kleiner der U-Wert eines Bauteils ist, desto geringer sind die Wärmeverluste. Dampfdiffusionswiderstand µ Dieser Wert µ (mü-Wert) gibt an, wie schwer es Wasserdampf hat, sich durch diesen Bauteil hindurchbewegen zu können. Höhere Werte geben einen stärkeren Wiederstand an. Damit der Abtransport von Luftfeuchtigkeit ungehindert erfolgen kann, sollte dieser Wert von innen nach außen abnehmend sein. Sollte 44 ALTBAU dies nicht gewährleistet werden können, muss an der Innenseite eine Dampfbremse angebracht werden, um zu verhindern, dass sich Feuchtigkeit innerhalb eines Bauteils an- sammelt und zu Bauschäden führt. Raumklima Wir verbringen ca.90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen, daher ist es immens wichtig, dass diese Räume unsere Gesundheit und Wohlbefinden fördern. In den vergangenen Jahren sind unsere Gebäude immer dichter geworden, was dazu führt, dass die von unseren „4 Wänden“ umschlossene Luft nicht automatisch in dem Maße ausgetauscht bzw. erneuert wird, wie es notwendig wäre. Dies führt dazu, dass anfallende Schadstoffe und verbrauchte Luft nicht ausreichend abtrans- portiert werden. Im gelindesten Fall ist dadurch nur unser Wohlbefinden, im schlechtesten Fall unsere Gesundheit beeinträchtigt. Es zeichnet sich daher ab, dass es künftig ohne raumluft- technische Anlagen nicht mehr gehen wird, da Luftschadstoffe in Wohnräumen unter- anderem auch für das zunehmende Auftreten von Allergien verantwortlich gemacht werden, unter denen mittlerweile 50 Prozent der Europäer leiden. Eine wichtige Rolle spielen natürlich auch die uns in den Innenräumen umgebenden Materialien. Hier sollte darauf geachtet werden, dass diese möglichst keine Schad- stoffe an die Raumluft abgeben, wie es z. B. bei Teppichen, Tapeten, Böden, Möbeln oft der Fall ist. Bei Innenputzen wäre es z. B. ratsam, leistungsfähige mineralische Putze zu verwenden, da diese den Feuchteausgleich in Innenräumen am besten schaffen. Schimmel Schimmel kann bei zu hoher relativer Luft- feuchtigkeit entstehen und ist auch ohne Licht lebensfähig. Er kommt bei Temperaturen zwi- schen 0 und 40 Grad Celsius vor und bereits 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit genügen, um zu überleben und weiterzuwachsen. Schimmel benötigt zum Leben neben Feuchtigkeit auch noch Nahrung. Er lebt von organischen Materialien wie Staub, Holz, Textilien, Tapeten, Dispersion, etc. Daher ist es wichtig, in kritischen Bereichen nur Materialien mit mineralischen Bestandtei- len wie Kalkanstriche, Mineral- und Silikatfar- ben zu verwenden. Luftdichtheit = Qualität Die Luftdichtigkeit ist Grundvoraussetzung für einen kontrollierbaren Energiehaushalt eines Gebäudes. Denn nur wenn ein Gebäude annähernd luftdicht ist, können unerwünsch- te Energieverluste verhindert werden. Des Weiteren können dadurch das ungewollte Eindringen von feuchter und warmer Luft, die daraus resultierende Bildung von Tau- wasser in Konstruktionen und der Eintrag von Luftschadstoffen vermieden werden. Die luftdichte Ebene liegt im Normalfall an der Gebäudeinnenseite und stellt die Funktion von Lüftungsanlagen und die Dämmwirkung von Außenbauteilen sicher. Komfortlüftung Während der Heizperiode geht vor allem durch Fensterlüftung sehr viel Energie verloren. Die Luft in geschlossenen Räumen reichert sich aber sehr schnell mit Luftschadstoffen, zu viel Feuchtigkeit und verbrauchter Luft an. Der CO2-Gehalt der Luft steigt und man