Bungalow im Weißtannenkleid

Einfamilienhaus mit Passivhaustechnik. Am Ortsrand gelegen, mit unverbautem Blick, liegt der Bungalow im Weißtannenkleid am Übergang von der Einfamilienhausstruktur in die bäuerliche Struktur.

„Das Haus ist einfach gelungen“, sagt der Bauherr zufrieden. Zufrieden ist er mit allen Phasen des Neubaus und vor allem mit der Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, vom Architekten über die Zimmerleute bis hin zu den Landschaftsplanern. Der Bungalow liegt an einem kleinen Bach und ist nach Süden ausgerichtet. Seine U-Form bietet Schutz vor Einsicht und somit ausreichend Privatsphäre für das Bauherrenehepaar – auch im Garten.

Schwellenlos und überschaubar

… und bewältigbar sollte das Haus werden. Die Bauherren wählen unempfindliche Materialen im Innenraum und sind ideenreich, als sie den bunten Schieferboden auch hinter dem Holzherd und in den Duschen als Wand in all seinen schönen Farben noch deutlicher sichtbar machen. Barrierefreiheit bis in den Garten war ein weiterer Wunsch, der konsequent durchgezogen wurde.
Ebenso praktisch ist die „Schmutzschleuse“. Ein zusätzlicher Eingang, der nach dem Garteln oder einem Spaziergang mit dem Hund verwendet wird. Auch die Fassade ist dazu gedacht, wartungsfrei zu sein und verwittern zu dürfen. Als Sonnenschutz dient im Süden ein Dachüberstand aus Massivholzelementen und verschiebbar gestaltete Läden aus Aluminium schützen die Westfront vor Sonne.

Ein Holzherd für die Seele

Der Bungalow im Weißtannenkleid ist das zweite Bauprojekt der Bauherren. Sie schöpfen aus ihrer Erfahrung und wissen, was sie wirklich wollen und brauchen. Was dazugehört, ist ein Holzherd im Zentrum des großen Wohnraumes. Gemeinsam mit dem großen Esstisch und dem gemütlichen Sofa ist hier das Herz des Hauses und der Ort, an dem die Bauherren beim Kochen und Genießen der Seele Gutes tun – ein großes Glasfenster gibt den Blick in die Natur frei.

Stein um Stein gewachsen

Die Steinmauer im Garten und die Pflasterung im Gemüsegarten machen die Bauherren selber. Die Freude am Garteln und am Gartengenießen ist in jedem Winkel des Gartens sichtbar. Dass die Pflege nicht Stunden in Anspruch nimmt, war dabei Prämisse der Bauherren. So entstehen ein mediterran angehauchter Kiesgarten mit Staudenpflanzungen, der Rosengarten, der Obstgarten und der Wassergarten, die terrassenförmig angelegt sind und Erholung und Erlebnis verbinden. An das Fitnessgebäude schließt der Gemüsegarten an, dort darf „gearbeitet“ und schließlich geerntet werden.

Eine Symbiose von Wellen und Linien

Der Bungalow weist als Holzriegelbau alle Qualitäten eines Passivhauses auf: eine hoch wärmegedämmte Gebäudehülle, Fenster mit Dreischeibenverglasung und Komfortlüftungsanlage. Alle Fassaden sind aus vertikalen ungehobelten Weißtannenlatten in unterschiedlicher Dimension und Anordnung gemacht. Sie wirken lebendig und ergeben im Sonnenschein ein bezauberndes Spiel aus Licht und Schatten.
Nicht nur das Kleid aus Weißtannen, sondern auch die Geradlinigkeit der Architektur und der Schwung der Landschaft machen den Bungalow zu etwas Besonderem. Für die qualitätsvolle Umsetzung aller Ideen werden Bauherren und Planer auch belohnt und erhalten 2014 den Holzbaupreis.

Bauherr: ein Ärzteehepaar

Planung: Abendroth Architekten