Naturschönheit aus Holz und Glas

Holzneubau in Wolfpassing. Das Wohnhaus, errichtet auf dem Wirtschaftsgebäude eines ehemaligen Vierkanthofs, lehrt Vieles.
Der mit dem Holzbaupreis 2016 ausgezeichnete Wohnbau, der in Holzmassivbauweise hergestellt wird, muss sich selbst und niemandem etwas beweisen. Ein Beispiel das zeigt, wie schön Natur und Architektur harmonieren können.

Die Planung des eingeschossigen Hauses über dem alten gemauerten Gewölbe-keller des ehemaligen Vierkanthofs dauerte rund ein Jahr.
Die Umsetzung folgt in den darauffolgenden eineinhalb Jahren und das Ergebnis ist überwältigend schön! „Die Entscheidungen waren für uns immer sehr klar und es hat sich alles immer so ergeben bei uns” sagt die Bauherrin stolz beim Gespräch über mögliche schwere Entscheidungen in der Planungs- und Umsetzungsphase.

Keine Angst vor ganz viel Glas!
Ziel war es viel Licht und Natur ins Haus zu holen und so das ganze Jahr erlebbar zu machen. Die Oberlichter im Inneren des Baukörpers, große Glasflächen im Wohn- und Essbereich und eine auskragende und teilweise überdachte Terrasse erfüllen diese Anforderungen. Es entstehen vielfältige Wechselbezüge zwischen Innen- und Außenraum und die Terrasse wird alljahrestauglich. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: auch die Bauherren haben Respekt vor dem Einbau vieler, großer Flächen aus Glas und fragen sich, wie das wohl wird. Sie möchten ihre Erfahrung weitergeben und sagen überzeugt: „die Reinigung ist viel einfacher als bei einer weißen Wand und die Wohnqualität ist um sehr vieles höher!”

Kurze Wege – hohe Räume
Ein weiteres Highlight ist sprichwörtlich die Raumhöhe von 3,40 m im Wohn- und Essbereich! Da fühlt man sich frei, kann atmen und denken und holt sich viel Licht in die „Mitte“ des Hauses. Sparsam ist man lediglich in Bezug auf Gänge. Die Bauherren wollen möglichst kurze Wege und Verbindungen zwischen den Räumen – keine „toten“ Flächen, die nur dazu dienen wohin zu gelangen.

Was bleibt, ist natürlich und schön
„Unser Haus soll nicht einmal als Sondermüll entsorgt werden müssen” betont die Bauherrin. Gemeinsam mit Planern und Architekten wird auf den Aspekt des nachhaltigen Bauens geachtet. Man wählt ökologische, „echte” Materialien und verzichtet auf den Einsatz fossiler Brennstoffe. Das verwendete Holz ist naturbelassen und geseift, Schafwolle dämmt das Haus und findet sich auch in Form von Schafwollteppichen als raumgestaltendes Element wieder. Alle Materialen sind natürlich und wertig und werden von Handwerkern aus der Region verarbeitet. So schließt sich der Kreis der Wertschöpfung bei diesem Projekt auf vielen Ebenen und ein Haus entsteht: unaufdringlich, natürlich und schön.

Eigentümer: Familie H.

Entwurf / Planung: Philipp Berktold, Dornbirn