Ein Gutshof mit Herz und Esprit

Das Weinviertel lockt in Unternalb in der Nähe von Retz mit Zimmer und Frühstück zum Besuch eines einzigartigen Architekturprojektes.
OBENauf ist das Ergebnis der großartigen Zusammenarbeit von Studierenden der TU Wien, lokalen Handwerksbetrieben, Menschen mit Behinderung und der Caritas als engagierten Bauherrn und Nutzer.

Einzigartige Projektpartner, einzigartige Architektur und ein einzigartiges Ergebnis: Gäste des OBENauf erwartet modernes Design im denkmalgeschützten, ehemaligen Gutshof des Stiftes Göttweig. Die Idee, den Westflügel des historischen Gutshofes zu einer Frühstückspension auszubauen, lebte schon einige Zeit in den Köpfen der Caritas Mitarbeiter. Seit April 2016 können die Zimmer mit Frühstück von Urlaubs- und Seminargästen genossen werden.

Viele Ansprüche – ein Ziel
Wie bei allen Bauprojekten, soll das Ergebnis vielen Ansprüchen gerecht werden. Im OBENauf zählen dazu der barrierefreie Zugang zu den Zimmer, der umsichtige Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz, die Bewältigbarkeit des Betriebes und der Pflege der Räumlichkeiten, als auch der Gartenanlagen. Ziel ist es, die Bedürfnisse der Urlaubs- und Seminargäste optimal zu erfüllen. Darüber hinaus ist OBENauf Lebens- und Arbeitsraum der dort tätigen Menschen mit Behinderung, die ihre Gäste herzlich in ihrer Gemeinschaft willkommen heißen.

Ästhetik trifft Funktionalität
Die Gratwanderung zwischen klarer Gestaltung, denkmalgeschützem Baukörper und pflegeleichtem Ergebnis war nicht immer leicht. Gewiss ist: die Studierenden der TU-Wien lernen bei diesem Projekt fürs Leben. “Wenn man bei 37 Grad ein Dach abträgt, dann bleibt das in Erinnerung” erzählt Frau Seidl, die seit 2017 für das Projekt verantwortlich ist. Max Hofmann, Student an der TU Wien bestätigt: „Dieses außergewöhnliche Projekt ist in der Realität und nicht in der Schublade gelandet. Die Baustelle in Unternalb war für eineinhalb Jahre unser zweites Zuhause.“

Peter Fattinger, Leiter des design.build studio, resümiert: „Studierende, Handwerker und Menschen mit Behinderung haben auf gleicher Augenhöhe zusammengearbeitet.“
Alle Beteiligten investieren viel Zeit und Muskelkraft um alles zu erhalten und wieder zu verwenden, was seit dem 17. Jahrhundert genutzt wurde. Als der Holzboden in den Armen der Studierenden zerbröselt, müssen sie erkennen, nicht jede Absicht kann umgesetzt werden. Heute findet man einen genagelten Holzboden im Begegnungsraum, der ein beliebter Platz für Seminargäste ist und auch für Kinder, die hier großzügige Flächen zum Spielen finden. Der Anspruch der Barrierefreiheit kann fast durchgängig in allen 5 Zimmern umgesetzt werden. Jedes Zimmer ist mit einem geräumigen Bad ausgestattet – das Normalste der Welt – aber eine große Herausforderung im historischen Gebäude. Ein besonders harmonischer Bereich ist in der Küche und im gemeinschaftlichen Frühstücksraum gelungen. Die alten Gewölbe, kombiniert mit urbanen Materialien, ergeben beim Blick aus dem Fenster, hinaus auf die anschließenden Gebäude, einen sehr inspirierenden Anblick. Der im Küchenbereich eingesetzte Kunstharzboden schließt nicht bis zu den Wänden hin ab, sondern hält Abstand und lässt die Mauern „atmen“.

Den Bauernhof gibt’s obendrein
Den Gast bezaubert heute nicht nur die Qualität der Zimmer und die Herzlichkeit der Gastgeber, sondern auch die unmittelbare Umgebung.
Eingebunden in den Caritas Bauernhof Unternalb mit seinen 8 Werkstätten, die gerne auch besichtigt werden können, bietet das Zimmer mit Frühstück auch eine wunderschöne Laube und einen Teich, der zum Durchatmen und Verweilen einlädt – Bootsverleih inklusive!

Bauherr: Caritas Wien, www.obenauf.cc

Entwurf / Realisierung: Studierende des design.build studio der TU-Wien