Architekturart: Altbau/Zubau

Niederösterreich GESTALTE(N)

In nächster Nähe der Pfarrkirche am südöstlichen Ausgang des Ortes befindet sich der sogenannte Freihof. Seit 1981 ist der „Freihof“ im Besitz der Familie Angerer. Die Musiker Paul und sein Sohn Christoph Angerer gründeten 1982 das Concilium musicum Wien, um Werke des 18. Jahrhunderts zu musizieren. Und hier schließt sich der Kreis, denn heute dient der Unternalberner Freihof nicht nur als wohlgestaltetes Familiendomizil, sondern ist auch ein Ort für feine Konzerte aus dem Œ uvre fast vergessener Komponisten und selten gespielter Werke der großen Klassiker.
Aus einer Ruine am Znaimertor entstand mit viel Engagement, Eigenleistung, Mut und Liebe zum Detail ein einzigartiges Ensemble, dessen wechselhafte Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht.
Ein Haus mit Geschichte, das ganz bewusst nicht perfekt sein will. Liebe zum Unfertigen macht dieses Projekt zu einem Plädoyer für eine Architektur mit Haltung
Das im Workshop für das Projekt erarbeitete Leitmotiv „Symbiose der Gegensätze Alt und Neu“ ist hier Methode: Das Brauchbare wird respektiert, erhalten und weitergebaut. So entsteht ein Zuhause für eine fünfköpfige Familie, ohne die Geschichte des Ortes zu verlieren.
Gepflegter Innenhof mit Pflastersteinen, rotem Zierbaum, gelber Fassade und modernen Fenstern, umgeben von Blumen und Pflanzen in Terrakottatöpfen unter klarem Himmel.
Alle Rechte vorbehalten.
Der Mauritiushof blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das Gebäude, ursprünglich ein zur Kirche gehörendes Kloster, entstand im 13. Jahrhundert. Der Architekt stand vor der Aufgabe, einen Baukörper zu schaffen, der sich respektvoll in die historisch gewachsene Umgebung einfügt und gleichzeitig eine eigenständige architektonische Sprache spricht.
Ein traditionelles weißes Haus mit rotem Dach, fünf Fenstern, kleinem Garten, Bank und Straßenlaterne vor blauem Himmel mit Wolken.
Alle Rechte vorbehalten.
Sanierung mit viel Gespür und Respekt für den Bestand. Der historische Streckhof besticht durch ökologische Bauweise und offene Raumstrukturen. Natürliche Materialien, gelebte Nachhaltigkeit, wiederverwendete Möbelstücke und eine große Leidenschaft für Bücher und Sammeln schaffen ein einzigartiges Zuhause.
Wichtig beim Ausbau war, das bestehende Konzept beizubehalten: Die Gemeinschaftsbereiche – Küche, Wohn- und Esszimmer – gehören allen. Hier wird gemeinsam gekocht, gegessen, gelebt. Nach dem Dachgeschoßausbau bietet das Haus nun Platz für bis zu 18 Erwachsene und mehrere Kinder auf ca. 253 m² Wohnfläche.
Modernes Esszimmer mit Holzboden, großem Esstisch, weißen Stühlen und bodentiefen Fenstern, die einen Blick auf einen grünen Garten ermöglichen.
Alle Rechte vorbehalten.
Ein kleiner Bauernhof aus den 1920er Jahren. Die Architekten Julia und Stephan Klammer-Zeleny wussten um den spezifischen Reiz des Ortes und setzten den Zubau sehr sensibel an den westlichen Bestandstrakt. Seine Proportionen passen gut ins gewachsene Gefüge: Er ist gerade ein Geschoß hoch, knapp vierzehn Meter lang und an seinem Ende sechs Meter breit, besonders gelungen ist der Übergang.
Historisches Gebäude mit Türmen und ein modernes Haus im Vordergrund, beide unter klarem, strahlend blauem Himmel, abfallend zum Straßenrand gelegen.
Alle Rechte vorbehalten.
Ein Beispiel, wie Leerstand wertschätzend belebt und in die Gegenwart geführt werden kann. Der Architekt sieht darin auch eine Haltung für die Zukunft: „Ich baue nicht mehr auf die grüne Wiese. Wenn wir aufmerksam sind, was auf unserem Planeten passiert, muss das eine Selbstverständlichkeit sein.
Die geschlossene Bebauung in Retz präsentiert sich überwiegend zweigeschoßig und traufständig – ein harmonisches Ensemble historischer Bürgerhäuser. Eingebettet in dieses Stadtensemble erstrahlt nach dreieinhalbjähriger Bauphase ein Wohnhaus, dessen Wurzeln bis ins späte Mittelalter zurückreichen.
Bereits vor mehr als 700 Jahren wurde hier die erste Hofstadt, ein bäuerliches Anwesen, gegründet. Was dem Gebäude heute seine charakteristische Erscheinung verleiht, war zunächst nicht sichtbar: Jahrzehntelang war das Steinmauerwerk weiß verputzt.