Broschüre „NÖ gestalten“, Ausgabe 112

 

Broschüre

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„NÖ gestalten“

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Gestaltungs-
Wettbewerb

Hofhaus
in Sallingstadt

Siedlung mit Passivhaus-Komponenten in Gänserndorf

Um- und Zubau
in Perchtoldsdorf

Neues Zentrum
in Paudorf

Bahnhof mit neuer Nutzung
in Brunn/Gebirge

Neubau in Ratzersdorf

Neubau in Thaya

Umbau in Reichers

 

Berichte

Wenn der
Bagger da ist . . .

Ein Frühstück mit
300 Bürgermeistern

Viel Garten
für wenig Geld

Gedanken zur Siedlungsentwicklung

 

Serien

Scheinbar unscheinbar

Sind die Vogelscheuchen
vom Aussterben bedroht?

Spione tauchen auf im ganzen Land . . .

 

MEHR

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Bahnhof mit neuer Nutzung in Brunn/Gebirge

 

Ein Bahnhof mit neuer Nutzung

Streckenausbau und Rationalisierung bei den Bundesbahnen machen immer mehr personalbesetzte Bahnhöfe überflüssig. Im März 1998 wurde vom Bahnhof Brunn/Gebirge-Maria Enzersdorf das Personal abgezogen und der Bahnhof in eine unbesetzte Haltestelle umgewandelt. Das Bahnhofsgebäude aus 1862 stand zum Abbruch, da die ÖBB keine Verwendung
für das Gebäude hatten.

Bereits Anfang 1995 setzten Bemühungen ein, den Bau zu erhalten und einem neuen Verwendungszweck zuzuführen. Ein Gutachten des renommierten Bahnhofsfachmannes des emeritierten Univ.-Prof. Dr. Mihály Kubinszky aus Sopron bescheinigte dem Bau Erhaltungswürdigkeit; zudem stellte Prof. Kubinszky fest, dass der Bahnhof eine markante Erscheinung im Ortsgebiet darstelle. Dieses von privater Seite finanzierte Gutachten veranlasste die Marktgemeinde Brunn am Gebirge, sich um den Ankauf des Bahnhofs zu bemühen. Im Jahr 2001 kam schließlich der Kauf zustande.
Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude schon sehr verwahrlost; die letzte umfangreiche Renovierung lag immerhin mehr als 40 Jahre zurück.
Eine Projektgruppe wurde eingerichtet und ein Architekt wurde mit der Planung für Sanierung und Umbau des Gebäudes beauftragt. Die Pläne sahen vor, dass das charakteristische Aussehen des Baues erhalten bleiben musste. Für die Fahrgäste der Bahn sollten wieder – wie in alten Zeiten – ein beheizter Warteraum und Toilettenanlagen zur Verfügung stehen. Für den (großen) „Rest“ des Baues musste eine möglichst günstige Nutzung gefunden werden. Schließlich entschied man sich, im Erdgeschoß ein Café-Restaurant einzurichten. Ihm angeschlossen und sowohl vom Café als auch von der Bahnsteigseite her zugänglich ist der Warteraum mit behindertengerechten Toilettenanlagen.

Im Obergeschoß wurden Schulungsräume eingerichtet, die vermietet sind und sehr oft genutzt werden. Das Kellergeschoß – ein schönes, gemauertes Gewölbe – wurde vom Jugendgemeinderat gestaltet und wird für verschiedene Jugendveranstaltungen genutzt.
Die Parkanlage vor dem Bahnhof, der etwa 6 Meter über Straßenniveau liegt, umfasst auch eine Terrasse für die Besucher des Cafés. Sie wurde von Gärtnern der Gemeinde gestaltet und bildet zusammen mit dem renovierten Gebäude einen sehr gefälligen, markanten Anblick.

Das Café wurde im Februar 2004 eröffnet und erfreut sich weit über die Ortsgrenzen von Brunn hinaus bei Jung und Alt größter Beliebtheit.
Im ganzen Land gibt es heute zahlreiche erhaltenswerte Bahnhofsbauten, die nicht mehr ihren ursprünglichen Zwecken dienen. Wie wär’s: Könnte man einige von ihnen auf ähnliche Weise wie in Brunn am Gebirge erhalten?

 

 

 

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