Broschüre „NÖ gestalten“,
Ausgabe 119 (März 2008)

 

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„NÖ gestalten“

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Trockensteinmauern

Trockensteinmauern

Trockensteinmauern

Trockensteinmauern

Fotos: Rainer Vogler


Kursangebote

3-tägige Praxiskurse
Grundfertigkeiten für die Errichtung von Stützmauern in Trockenbauweise. An niederen Stützmauern an Terrassenhängen werden alle Arbeiten vom Fundament bis zur Mauerkrone durchgeführt.
1. Kurs: 24.–26. April
2. Kurs: 12.–14. Juni
3. Kurs: 21.–23. Aug.
Kursbeitrag: EUR 95

Gartengestaltung mit
Trockensteinbauten

In 3 Tagen wird das Errichten von Kräuterspirale, Zierelementen und Ökonischen praktisch erlernt.
1. Kurs: 27.–29. März
2. Kurs: 29.–31. Mai
Kursbeitrag: EUR 95

Spezial-Kurs: Trockensteinmauern
fürs Baugewerbe

Kurs zur zusätzlichen Qualifizierung für in Bauberufen Tätige oder als Qualifizierungsmaßnahme für Arbeitssuchende. Dauer 15 Tage

Informationen zu den Kursen:
Rainer Vogler,
Wein- und Obstbauschule Krems,
02732 / 87516 – 30
0676 / 511 92 90
vogler@wbs-krems.at

 

Handwerkstipps für Trockensteinmaurer

- Keine Kreuzfugen
(max. 3 Fugen dürfen zusammenkommen)
- Keine senkrechte Fuge über mehr als zwei Steinschichten
- Nach 2 Läufern 1 Binder (in den Hintergrund ragender Stein)
- Jeder Stein berührt beide Nachbarsteine (viel Reibung)
- Keine Lücken und Hohlräume – mit kleinen Steinen auskeilen
- Regelmäßige Steine – bei unregelmäßigen Steinen gerade Seite nach oben
- Die Steine leicht nach innen geneigt verlegen
- Hinterfüllung der Mauer mit kleinen Steinen oder Schotter zur Entwässerung
- Mauer leicht zum Hang geneigt (10 bis16% Neigung)
- Ausreichende Breite der Mauer (am Fundament 50% der Höhe)
-Materialbedarf rund eine Tonne pro m2 Ansichtsfläche bei Stützmauern im Gelände; im Garten rechnet man mit 650 kg.

 

 

Trockensteinmauern: Stein auf Stein, sorgsam geschlichtet . . .

Sie wollen eine Böschung gliedern? Sie suchen dafür eine optisch ansprechende Lösung? Und Sie haben etwas über für seltene Pflanzen und Tiere? Dann sollten Sie eine Trockensteinmauer bauen. Wie und warum, das lesen Sie hier.

Trockensteinmauern prägen nicht nur ganze Regionen (beispielsweise die Wachau, die immerhin rund 2,5 Millionen m² an Trockensteinmauern aufweist), sondern sie setzen auch wertvolle Akzente im Garten.

Sie sind deshalb beinahe universell einsetzbar, weil sie zahlreiche Vorzüge zu bieten haben: Sie gefallen durch ihre Schlichtheit, sie stellen ein besonderes Biotop dar und bieten teils bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen letzten Rückzugsraum, und schließlich: ihre Errichtung macht Spaß.

Die ökologische Komponente
Eine Trockensteinmauer ist je nach Ausführung und Standort Winterschlafplatz, Brutstätte, Sonnenplatz, kühler Schattenplatz, feuchte Rückzugshöhle, Unterschlupf oder Jagdrevier in einem. Vom Igel über Insekten und höhlenbrütenden Vögeln (Meisen, Wiedehopf . . .) bis hin zu Fledermäusen kann man hier ein Zuhause bieten.

Und nebenbei ist die Errichtung einer Trockensteinmauer durch geringen Energieeinsatz umweltfreundlich. Bei einem Einsatz im Garten hat sie noch einen Vorteil: So einfach, wie sie aufgebaut ist, ist sie auch wieder abgebaut oder an einer anderen Stelle wieder errichtet, wenn man den Garten verändern will.

Der optische Aspekt
Durch ihre Schlichtheit ist eine Trockensteinmauer nicht nur in der Landschaft ein Element, dass sich optimal in die Umgebung einfügt. Im Garten kann sie bei richtiger Ausführung zu einem Blickpunkt werden. Wie „draußen“ im Weinbau, kann sie „herinnen“ ein wertvoller Helfer bei der Gestaltung von Kräuterbeeten sein, sind die Steine doch wertvolle Wärmespeicher. Und nebenbei helfen sie, den Gartenraum zu gliedern und die monoton ebenen Flächen zu unterbrechen.

Trockenmauern halten bei richtiger handwerklicher Fertigung aufgrund ihrer Wasserdurchlässigkeit heftigen Niederschlägen besser Stand als Betonmauern – oft über Jahrhunderte hinweg. Sie sind bei Frost und Pflanzenbewuchs elastischer, passen sich an und sind durch die Reibung der Steine stabil.

Kurse über die Errichtung
von Trockensteinmauern

Das Wissen um die Jahrtausende alte Kunst des Trockenmauern ist beinahe schon in Vergessenheit geraten. Zum Glück setzt sich Rainer Vogler, Lehrer an der Wein- und Obstbauschule Krems, für die Erhaltung und Pflege der Trockensteinmauern ein. Gleichzeitig hat er auch eine Initiative gestartet, damit Laien und Fachleute lernen können, wie man Trockensteinmauern errichtet. Das Kursangebot richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen, damit jeder „sein“ maßgeschneidertes Paket findet.

Im Rahmen des sogenannten Hercule-Projekts, an dem die Regionen Burgund (F), Wallis (CH), das Dourotal in Portugal und Wachau, Krems- und Kamptal mitwirken, wird einerseits Aufklärungsarbeit über die Bedeutung der Trockensteinmauern geleistet. Und andererseits haben wir dadurch die Möglichkeit, in den Genuss der (geförderten) Kurse zu kommen.

Quelle: Manuskripte und
Infoblätter von Rainer Vogler,
Weinbauschule Krems.

 

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